Alarm38-Aufreger gelöst: Roter Tennis-Sand bei Bortfeld

Bortfeld.  Über roten Sand, der auf einen Feldweg bei Bortfeld aufgetragen wurde, ärgert sich ein Nutzer auf Alarm 38. Wir haben recherchiert.

Um diesen Weg in der Verlängerung der Langen Straße in Bortfeld dreht sich die Diskussion. Er wurde vor mehreren Jahren mit Sand von den Tennisplätzen aufgefüllt.

Um diesen Weg in der Verlängerung der Langen Straße in Bortfeld dreht sich die Diskussion. Er wurde vor mehreren Jahren mit Sand von den Tennisplätzen aufgefüllt.

Foto: Bettina Stenftenagel

Bei Trockenheit staubt es, bei Nässe ist es eine schlammige, matschige Masse: So schildert ein Nutzer unseres Portals Alarm 38 den Feldweg, der in der Verlängerung der Langen Straße in Bortfeld zum Bundesforschungsgelände führt. Viele Fahrradfahrer würden den Weg nutzen und mit dem „roten Dreck“ hadern. „Wer denkt sich so einen Unsinn aus? Ist das eine billige einfache Möglichkeit der Entsorgung? Vielleicht eines ortsansässigen Vereins?“ Das fragt der Nutzer des Portals und gibt zu bedenken: „Schließlich läuft dieser rote Sand unter Sondermüll und liegt und staubt nun in der Natur herum.“

Eigentümer des Weges ist die Feldmarkinteressentschaft Bortfeld. Aktuell sei dort kein Sand aufgebracht worden, sagt Vorsitzender Hennig Behme auf Nachfrage unserer Zeitung „Wenn, dann nur ohne unser Wissen“, erklärt er. Er ärgert sich über den anonymen Vorwurf. „Man hätte uns direkt ansprechen können“, sagt er. Er wisse, dass Fahrradfahrer sich gerne immer mal wieder über die Wege in der Feldmark aufregen. Der Vorsitzende der Feldmarkinteressentschaft gibt zu bedenken: „Wir unterhalten die Wege – die Fahrradfahrer sind dort nur Gäste.“

„Ein Dialog wäre schön“, sagt auch Andreas Wacker, der neue Vorsitzende des Bortfelder Tennisclubs. Vielleicht handele es sich um ein schon länger währendes Ärgernis, das man im Gespräch hätte ausräumen können. Andreas Wacker ist erst seit März im Amt. Wie berichtet, wurde bei der Hauptversammlung ein komplett neues Führungsteam aufgestellt.

Zurzeit ist Andreas Wacker mit ein paar Helfern dabei, die Tennisplätze auf die Saison vorzubereiten – sollten Lockerungen des Kontaktverbots in der Coronakrise das Tennisspielen überhaupt zulassen. Auf die Plätze sei neuer Sand aufgebracht worden, berichtet Andreas Wacker. „Das macht eine Fachfirma – schon seit Jahren.“ Der alte Sand werde abgekratzt, neues Material aufgetragen, gewässert und gewalzt. Das alte Material werde entsorgt. Es handele sich bei altem Ziegelmehl nicht um giftiges Material, betont Andreas Wacker. „Für uns als Verein ist es natürlich kein normaler Restmüll.“ Für die Entsorgung gebe es neue Auflagen, denen der Verein nachkomme. Der Verein stelle und bezahle den Container für die Entsorgung.

Dokumentiert wird auch, aus welchen Inhaltsstoffen sich der neu aufgebrachte Sand zusammensetzt. „Dafür bekommen wir vom Lieferanten ein Prüfzeugnis“, sagt Andreas Wacker und zückt das entsprechende Papier aus einem Ordner. „Die Baustoffe sind geprüft und zugelassen.“

Ein Blick ins Archiv unserer Zeitung: Tatsächlich wurde der Weg, der an die Lange Straße anschließt und zum Gelände des Julius-Kühn-Instituts (früher FAL) führt, vor mehreren Jahren mit Sand vom Tennisplatz ausgebessert. Die Bortfelder Gruppe „tramp tau“ verteilte das Material und hoffte, dass es so schön fest wird wie auf dem Tennisplatz. Bereits vor dieser Aktion hatte es Beanstandungen an dem Weg gegeben: damals erschwerten faustgroße Steine das Fahrradfahren.

Zurück in die Jetzt-Zeit. Wie sieht es mit der Saisoneröffnung aus? Der Bortfelder Club gehöre zum Verband Niedersachsen-Bremen, sagt Andreas Wacker. In Bremen sei das Spielen bereits erlaubt, wenn auch mit vielen Auflagen. Die Bortfelder hoffen, dass sie auch bald starten können.

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