Dritter Corona-Todesfall im Braunschweiger Awo-Heim in Querum

Braunschweig.  Am Dienstag ist eine weitere Bewohnerin im Alter von 92 Jahren verstorben. Zwei Erkrankte sind noch im Krankenhaus, sechs sind wieder gesund.

Insgesamt 21 Bewohnerinnen und Bewohner in dem Wohn- und Pflegeheim haben sich mit dem Corona-Virus infiziert.

Insgesamt 21 Bewohnerinnen und Bewohner in dem Wohn- und Pflegeheim haben sich mit dem Corona-Virus infiziert.

Foto: Matthias Balk / dpa

Im Wohn- und Pflegeheim der Awo in Querum ist am Dienstag eine weitere Bewohnerin (92) im Zusammenhang mit dem Corona-Virus verstorben. Das teilte Pressesprecher Falk Hensel am Mittag mit. „Die Awo drückt den Angehörigen der verstorbenen Bewohnerin ihr Mitgefühl aus“, sagte er.

Es handelt sich um den dritten Todesfall. Am Montag war eine 91 Jahre alte Bewohnerin gestorben, bereits Anfang April ein 77-jähriger Mann. Insgesamt 21 Bewohnerinnen und Bewohner haben sich bislang nachweislich mit dem Virus infiziert. Zwei befinden sich zurzeit im Krankenhaus, sechs sind bereits wieder genesen, so Hensel. Zehn der Erkrankten sind innerhalb des Heims in Quarantäne. Für die meisten könne die Quarantäne voraussichtlich im Laufe der Woche aufgehoben werden, hatte Hensel am Montag mitgeteilt.

Unter den Mitarbeitern gibt es ihm zufolge bislang insgesamt elf nachgewiesene Infektionen. Fünf seien bereits wieder gesund. „Die infizierten Mitarbeitenden befinden sich in Quarantäne“, so Hensel.

Awo fordert Corona-Tests für alle Bewohner von Altenheimen

Der Awo-Bezirksverband Braunschweig spricht sich für umfassende Corona-Test in Altenheimen aus. „Wie jetzt bekannt wurde, will das Saarland alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie das gesamte Personal von Pflege- und Senioreneinrichtungen auf das Coronavirus testen“, heißt es in der Pressemitteilung. Das saarländische Gesundheitsministerium habe dazu gemeinsam mit dem Virologischen Institut des Universitätsklinikums in Homburg ein Konzept entwickelt.

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„Wir haben eine Verantwortung gegenüber den Bewohnerinnen und Bewohnern und den Mitarbeitenden in unseren Einrichtungen. Es geht um die Gesundheit und das Leben von Menschen“, so der Vorstandsvorsitzende des Awo-Bezirksverbands Braunschweig Rifat Fersahoglu-Weber. „Daher fordern wir von der Landesebene eine umgehende Prüfung des saarländischen Konzepts. Es muss rasch geklärt werden, ob eine Übertragung auf Niedersachsen möglich ist.“

Im Saarland ist ihm zufolge geplant, Pflegeheimbewohnerinnen und -bewohner insgesamt zweimal im Abstand von einer Woche zu testen. Das Pflegepersonal solle fortlaufend zweimal die Woche untersucht werden. Dabei sollen die Abstrich-Untersuchungen vom Personal der Pflegeeinrichtungen durchgeführt werden. Zunächst sollen die 116 Einrichtungen getestet werden, in denen bisher keine Corona-Fälle aufgetreten sind.

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Das Braunschweiger Gesundheitsamt hatte bislang mehrfach betont: Nach den Richtlinien des Robert-Koch-Instituts ist das Vorliegen von Symptomen Grundvoraussetzung für einen Test. Eine Reihentestung ohne Symptome bringe keine Sicherheit, durch den Zeitverzug bei der Probenauswertung nicht einmal bei täglicher Testung. Allerdings hat das Gesundheitsamt im Querumer Heim kürzlich trotzdem bei insgesamt 72 Bewohnern und Beschäftigten Test-Abstriche durchgeführt. Diese Personen waren laut Awo-Sprecher Hensel anhand möglicher Infektionsketten der bereits Betroffenen ausgewählt worden.

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