Mathe mit Mundschutz – die Zukunft an Braunschweigs Schulen?

Braunschweig.  Eltern, Schüler und Lehrer sind gespannt, ob und wie Unterricht künftig stattfinden wird. Schulleiter berichten, wie die Schulen sich vorbereiten.

Unterricht mit Schutzmasken: Sieht es ab nächster Woche auch an unseren Schulen so aus? Das Foto zeigt Schüler eines Gymnasiums in China, wo die Schulen nach der Corona-Ausgangssperre teilweise wieder eröffnet wurden.

Unterricht mit Schutzmasken: Sieht es ab nächster Woche auch an unseren Schulen so aus? Das Foto zeigt Schüler eines Gymnasiums in China, wo die Schulen nach der Corona-Ausgangssperre teilweise wieder eröffnet wurden.

Foto: Han Chuanhao / dpa

Eigentlich hätte am Mittwoch in Braunschweig die Schule wieder begonnen. Die Osterferien sind vorbei. Eigentlich – wenn Corona nicht wäre. Stattdessen blicken Schüler, Eltern und Lehrer gespannt darauf, was Bundeskanzlerin Merkel am Mittwoch mit den Landeschefs besprechen wird: Wird die Schule nächste Woche wieder starten? Wenn ja: Werden in Niedersachsen alle Schüler wieder zur Schule gehen – oder wird mit einzelnen Jahrgängen begonnen? Wird gar im Schichtbetrieb unterrichtet oder ein Mundschutz verpflichtend sein?

Schule sucht Laptop-Spender

„Es würde mich überraschen, wenn nächste Woche wieder alle Schüler zur Schule gehen würden“, sagt Ingo Stübig, Leiter des Gymnasiums Kleine Burg. Weiter mag er nicht spekulieren: „Wir warten gelassen ab, was entschieden wird. Dann setzen wir das professionell um. Es wird für alles eine Lösung geben.“ Prinzipiell sei es auch möglich, die Schüler zu Hause mit Aufgaben über den Schulserver Iserv zu versorgen: „Neue Inhalte kann man aber viel besser Face-to-Face vermitteln“, stellt Stübig klar. Eine Vorlesung über einen digitalen Kanal könne den analogen Unterricht nicht ersetzen: „Da fehlt die Rückkopplung von den Schülern.“

An der Nibelungen-Realschule wird dennoch die Zeit genutzt, um für alle Fälle gewappnet zu sein. „Wir könnten alle Klassen per Videokonferenz unterrichten“, gibt Lehrerin Mareike Paschkowicz Auskunft. Die Schule und das Kollegium seien technisch recht gut ausgerüstet, ergänzt Schulleiterin Alexandra Haberkamm. In der schulfreien Zeit habe es jede Menge Angebote gegeben, um mit den Schülern in Kontakt zu bleiben: von der Seilspring-Challenge bis zum Kreativwettbewerb.

Corona in Braunschweig- Alle Fakten auf einen Blick

Zwei Probleme aber gebe es: „Die Frage ist, was die Internetleitungen unserer Schule hergeben. Die reichen vermutlich nicht, um alle Schüler zeitgleich digital zu unterrichten“, schätzt Paschkowicz. Und Haberkamm sagt: „Längst nicht alle Schüler verfügen daheim über das nötige Equipment. Daran knuspern wir noch.“ Acht Laptops der Schule seien bereits hergerichtet und an Schüler verliehen worden, erzählt Paschkowicz. Das reiche aber nicht. Knapp 30 weitere Geräte würden benötigt. Die Schule bittet deshalb Firmen darum, ausrangierte Laptops zu spenden. „Wenn Windows 7 darauf läuft, reicht das aus. Für den Anfang genügt es, wenn die Schüler Mails empfangen und ihre Aufgaben bei Iserv hochladen können“, erklärt Paschkowicz. Spendeninteressierte Unternehmen können sich an info@rsnibelungen.de wenden.

Schüler bereiten sich auf Prüfung vor

Bei André Blechinger, Leiter der Grund- und Hauptschule Rüningen, kommen derzeit vermehrt Anfragen von Eltern und Schülern an: „Gerade die älteren Schüler, deren Prüfungstermine verschoben werden mussten, informieren sich nach dem aktuellen Stand. Wir sind alle gespannt auf die anstehenden Entscheidungen“, so Blechinger.

Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hatte für Mitte der Woche eine endgültige Entscheidung über ein Ende der Schulschließungen angekündigt. Ob nun die Grundschüler den Anfang machen oder die Abschlussklassen: „Uns als Grund- und Hauptschule trifft es auf jeden Fall“, sagt Blechinger. Er hofft, dass es für die Schüler, die eventuell weiter zu Hause bleiben müssen, künftig mehr als nur ein freiwilliges Aufgabenangebot geben wird, damit die Lücken im Stoff nicht allzu groß werden.

Wie auch immer Schule ab dem 20. April aussehen wird: Es wird noch lange dauern, bis es an den Schulen wieder so lebendig und offen zugeht wie vor Corona. Auch, was Veranstaltungen angeht. Die weiterführenden Schulen haben bereits alle Infoveranstaltungen für die künftigen Fünftklässler abgesagt.

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