Braunschweig: Zwei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona

Braunschweig.  Bei einem 77-Jährigen handelte es sich um einen Bewohner des Awo-Heims in Querum. Dort sind 7 weitere Menschen infiziert sowie 6 Pflegekräfte.

Bislang sind in Braunschweig drei Menschen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben.

Bislang sind in Braunschweig drei Menschen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben.

Foto: Daniel Bockwoldt / dpa

In Braunschweig sind heute zwei weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Corona-Virus gestorben – ein 63-Jähriger und ein 77-Jähriger. Beide starben im Krankenhaus. Bei dem 77-Jährigen handelte es sich laut der Stadtverwaltung um einen Bewohner des Wohn- und Pflegeheims der Awo in Querum, in dem bereits mehrere Infektions-Fälle aufgetreten waren. Zurzeit sind dort sieben weitere Bewohner infiziert sowie sechs Pflegekräfte. Eine Bewohnerin befindet sich der Awo zufolge im Krankenhaus.

„Vertreter von Feuerwehr, Gesundheitsamt und eine Hygienefachkraft des Städtischen Klinikums waren am Freitag noch einmal vor Ort, um die Einrichtung in Augenschein zu nehmen, zu beraten, Hinweise zu geben und die Einhaltung der Vorgaben zu überprüfen“, so die Stadtverwaltung. Alle infizierten Bewohner sind in ihren Zimmern isoliert.

Immer wieder taucht die Frage auf, ob im Awo-Heim jetzt nicht alle Bewohner und Mitarbeiter getestet werden sollten. Dazu sagt Stadtsprecher Adrian Foitzik: „Die Stadt Braunschweig handelt derzeit nach den RKI-Empfehlungen, die vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt geteilt werden. Grundvoraussetzung für eine Testung ist das Vorliegen von Symptomen. Natürlich ist der Wunsch nach einer Testung aller Patienten und des Personals in medizinischen Einrichtungen verständlich. Doch eine Reihentestung ohne die vorgeschriebenen Voraussetzungen bringt keine Sicherheit, durch den Zeitverzug bei der Probenauswertung nicht einmal bei täglicher Testung.“

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Daher gebe es gute Gründe, die Testkapazitäten für die Fälle zu nutzen, die die entsprechende Symptomatik nach RKI haben, um bei den begründeten Verdachtsfällen möglichst schnell Klarheit zu haben. „Zwar werden Testkapazitäten derzeit in der Region ausgebaut, es muss angesichts der Zahlen jedoch auch weiterhin priorisiert werden“, so Foitzik. „Die Stadt Braunschweig hat dazu auch noch einmal das Land Niedersachsen angefragt, das die Auffassung der Stadt bestätigt hat, dass ,prophylaktische Testungen’ keine Sicherheit bringen. Somit sei eine Sicherheit am Arbeitsplatz durch eine negative Testung nicht gegeben.“

Sind positiv getestete Pflegekräfte weiter im Einsatz? Nein, laut der Stadtverwaltung sind aktuell keine positiv getesteten Pflegekräfte in Heimen in der Stadt tätig. Infizierte Pflegekräfte sind Foitzik zufolge nach RKI-Empfehlung mindestens für die Dauer der Symptomatik/ für 14 Tage abzusondern. Voraussetzung für Wiederaufnahme der Arbeit: Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden sowie zwei negative Corona-Tests im Abstand von 24 Stunden nach Ende der Symptome.

Bei relevantem Personalmangel in der Einrichtung könne bei symptomfreien Kontaktpersonen unter bestimmten Voraussetzungen bereits nach siebentägiger häuslicher Absonderung eine Berufsausübung erfolgen. „Dabei sind die Hygieneempfehlungen strikt zu beachten; die Selbstbeobachtung ist zu dokumentieren“, so Foitzik. „Darüber hinaus ist, sofern die Tätigkeit dies nicht zwingend ausschließt, zu anderen Personen ein Mindestabstand von 1,5 Meter (auch während Pausen etc.) zu halten. Sobald Beschwerden auftreten, sind diese Personen als Indexpersonen (SARS-CoV-2) zu behandeln und dem Gesundheitsamt zu melden.“

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Weitere Corona-Infektionen in anderen Pflegeheimen sind der Stadtverwaltung aktuell nicht bekannt.

Bis Freitag sind 209 Corona-Infektionen in Braunschweig nachgewiesen worden. Davon sind 162 Personen derzeit erkrankt. 44 weitere Personen sind bereits genesen. In den Braunschweiger Krankenhäusern werden derzeit 21 Personen aufgrund von Corona behandelt – darunter sind auch Patienten aus der Region. Ein 77-jähriger Mann war bereits am Montag verstorben. Er war aufgrund einer anderen Erkrankung in ein Krankenhaus eingeliefert und in diesem Zusammenhang auch positiv auf Corona getestet worden.

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