Corona-Angst: Braunschweiger decken sich mit Vorräten ein

Braunschweig.  In einigen Märkten gibt es Engpässe bei Hygieneartikeln und haltbaren Lebensmitteln.

Fast komplett leergekauft: In diesem Regal gibt es praktisch keine Nudeln mehr.

Fast komplett leergekauft: In diesem Regal gibt es praktisch keine Nudeln mehr.

Foto: Norbert Jonscher

„Haben wir nicht, kriegen wir auch vorerst nicht wieder rein. Unsere Lieferanten kommen derzeit nicht nach.“ Die Verkäuferin muss diesen Satz am Tag immer wieder sagen. Das Regal mit den Desinfektionsmitteln, den Seifen und Hygienesprays ist seit Tagen leer. Die Kunden haben sich gut eingedeckt mit Vorräten.

In Lebensmittelmärkten gehen derweil die haltbaren Lebensmittel zur Neige. Die Pasta-Regale sind leer gekauft, Mehl und Reis werden knapp, ebenso H-Milch. In einem Braunschweiger Penny-Markt gibt es inzwischen noch nicht einmal Toilettenpapier mehr und auch keine Haushaltsrollen.

Experten warnen

Die Braunschweiger rüsten sich für eine mögliche Corona-Virus-Welle, sie fürchten eine behördlich verfügte Quarantäne wie im nordrhein-westfälischen Heinsberg, mit Außerhausverboten. Experten warnen inzwischen vor solchen Hamsterkäufen, vor irrationalem „Herdenverhalten“. Ein Abwärtsstrudel sei möglich. Die größte Gefahr wäre Panik.

Checkliste für den Einkauf

Unterdessen kursieren im Internet Quecklisten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), das für den Fall einer häuslichen Quarantäne empfiehlt, einen Vorrat an Lebensmitteln und Hygieneartikeln im Haus zu haben. Im Notfall sei eine Versorgung für 10 Tage sicherzustellen. Für einen Ein-Personen-Haushalt empfiehlt das BBK: 20 Liter Wasser, 3,5 kg Getreideprodukte (Brot, Nudeln, Reis), 4 kg Gemüse und Hülsenfrüchte, 2,5 kg Obst, 2,6 kg Milch und Milchprodukte, 1,5 kg Fisch, Fleisch, Eier, 0,36 kg Öle und Fette.

Hamsterkäufe – wie sieht die Situation in Braunschweigs Märkten aus? Wir sahen uns um.

Rewe und Penny

Die Supermarkt-Kette verzeichnet eigenen Angaben zufolge eine verstärkte Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln, Nährmitteln, Konserven, Drogerie. „Es gibt aber keine Engpässe in der Warenversorgung“, sagt Sprecherin Kristina Schütz. Die Frequenz der Belieferung habe man erhöht/der Nachfrage angepasst. „Wir sind gut auf die Situation eingestellt.“

Aldi

Aldi Nord nimmt die Ausbreitung des Coronavirus‘ eigenen Angaben zufolge weiterhin sehr ernst. Sprecher Christian Salmen: „Momentan erfassen wir im gesamten Vertriebsgebiet vereinzelt erhöhte Absatzmengen bei haltbaren Lebensmitteln wie Nudeln und Konservenartikeln, Getränken und Hygieneprodukten.“ Einzelne Einkäufe größerer Mengen könnten dazu führen, dass Artikel zeitweise vergriffen sind. Alle Lebensmittelbestände würden aber im Rahmen der routinemäßigen Belieferung kurzfristig wieder aufgefüllt. Salmen: „Die Versorgungssicherheit unserer Märkte ist sichergestellt.“

Kaufland

Derzeit würden in einigen Kaufland-Filialen Grundnahrungsmittel wie Nudeln und Konserven sowie Hygieneprodukte stark nachgefragt, sagt Sprecherin Andrea Kübler. Aufgrund des großen Sortiments sei die Warenversorgung jedoch grundsätzlich gewährleistet. „Gemeinsam mit unseren Lieferanten arbeiten wir daran, diese auch weiterhin sicherzustellen.“

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