Lidl kauft leerstehenden Flachbau in Braunschweig

Braunschweig.  Das Unternehmen will vor der Real-Markthalle an der Otto-von-Guericke-Straße einen neuen Discounter eröffnen.

In diesem Gewerbekomplex waren bis 2014 Aldi, Tedox und Intersport. Nun will Lidl dort einen neuen Standort eröffnen.

In diesem Gewerbekomplex waren bis 2014 Aldi, Tedox und Intersport. Nun will Lidl dort einen neuen Standort eröffnen.

Foto: Norbert Jonscher / Archiv

An der Ecke Otto-von-Guericke-Straße und Theodor-Heuss-Straße tut sich nach Jahren des Leerstands etwas: Der Gewerbekomplex, in dem bis 2014 Aldi, Tedox und Intersport ansässig waren, hat einen neuen Eigentümer: Lidl. Das teilte Helmut Streiff jetzt auf Anfrage unserer Zeitung mit, der Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Streiff Holding. Er hatte den Flachbau vor einem Jahr erworben – zusammen mit dem benachbarten Hochhaus.

Streiff spricht von einem sehr ansprechenden Konzept, das Lidl dort umsetzen wolle. Lidl selbst äußert sich noch nicht zu Details. Man befinde sich zurzeit in der Planungsphase, heißt es seitens des Unternehmens. Sehr wahrscheinlich ist aber wohl mit einem Abriss des alten Gebäudes und einem Neubau zu rechnen.

Der Discounter betreibt weltweit fast 11.000 Filialen in 29 Ländern, bundesweit sind es rund 3200 Filialen mit 83.000 Mitarbeitern, Tendenz steigend. In einigen Großstädten will Lidl künftig auch auf neue Bauweisen setzen, platzsparend und ökologisch: So wurde zum Beispiel im vergangenen Jahr in Frankfurt ein neuer Markt eröffnet, der zweigeschossig angelegt ist, ebenerdig kann man parken und obendrüber einkaufen. Das Dach ist begrünt und mit einer Photovoltaikanlage versehen. Andernorts ersetzt Lidl zum Teil herkömmliche Filialen durch größere Gebäude mit mehr als 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche, breiteren Gängen und mehr Waren.

Zu den Plänen in Braunschweig werde es demnächst nähere Informationen geben, kündigt Lidl an. Auf jeden Fall wird das Areal vor der großen Real-Markthalle damit wieder aufgewertet. Offen ist bislang noch, wie es mit dem gegenüberliegenden, leerstehenden ehemaligen Max-Bahr-Markt weitergeht. Er gehört seit einigen Jahren dem Möbelhaus-Unternehmen XXXLutz, allerdings stocken die Gespräche mit der Stadt über die zulässige Nutzung.

Und was wird mit dem Hochhaus? Es befindet sich weiterhin im Eigentum von Streiff. Er wolle dort eine hochwertige Büronutzung realisieren, kündigt er an. Unklar sei aber noch, wie sich das machen lasse: entweder durch einen kompletten Umbau oder durch Abriss und Neubau.

Das Haus hatte jahrzehntelang einem Grundstücksverwalter aus Wolfsburg gehört. Er hatte dort Appartements eingerichtet und zu Wohnzwecken vermietet, obwohl nur eine Büronutzung zulässig war. 2017 stellte die Feuerwehr dann bei einer Kontrolle gravierende Brandschutzmängel fest. Acht Appartements mussten damals sofort geräumt werden. Daraufhin kündigte der Eigentümer den anderen rund 60 Mietern, einige wehrten sich vor Gericht. Letztlich kam es zum Verkauf des Hochhauses. Ein gewerblicher Mieter befindet sich noch im obersten Geschoss.

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