Büttenabend in Braunschweig: So schön ist Karneval!

Braunschweig.  Die Braunschweiger Karneval-Gesellschaft eröffnet den Reigen der großen Karnevalsshows. Bald folgen die Mascheroder Narren und die Rheinländer.

Das Kinderprinzenpaar Sarah I. und Tom I. darf beim großen Büttenabend der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft nicht fehlen. Rechts im Bild ist der „große“ Karnevalsprinz zu sehen: Rajko I (Srdjan Rajkovic).

Das Kinderprinzenpaar Sarah I. und Tom I. darf beim großen Büttenabend der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft nicht fehlen. Rechts im Bild ist der „große“ Karnevalsprinz zu sehen: Rajko I (Srdjan Rajkovic).

Foto: Peter Sierigk

Zu Beginn steht Linda Radke allein auf der Stadthallen-Bühne. „Wo sind denn alle?“, fragt die Präsidentin der Braunschweiger Karneval-Gesellschaft von 1872 (BKG). Und dann laufen sie von allen Seiten ein: Tanzmariechen und Gardetänzerinnen im Supermann-Kostüm, das Männerballett und die Braunschweiger Stadtgarde in blauweißen Uniformen. Sogar der Sitzungs-Elferrat kommt tanzend. Auf der Bühne präsentieren alle eine kleine Choreographie. „Steh auf, mach laut“ dröhnt aus den Boxen. Doch die rund 800 Zuschauer sind sowieso sofort aufgesprungen. Der 148. Große Büttenabend startete am Samstag rasant. Er endete auch rasant.

Das Programm verjüngen, aber das Bewährte schätzen: Diese offensichtliche Strategie sorgt für einige Überraschungen. Eine Bereicherung ist etwa die Braunschweig Pension. Das Quartett, das 2016 den Karnevalshit-Wettbewerb „Elf Lieder“ gewann, vermittelt Gemütlichkeit – mit rustikalen Songs, akustischen Gitarren, Kazoo und Hängeschlagzeug. Textauszug: „Wir trinken Bier auch noch aus Dosen, wir sind keine Virtuosen.“

Als Büttenredner hat die BKG diesmal Sven Laucke von der Mascheroder Karnevalgesellschaft Rot-Weiß engagiert. Der inszeniert seine Rolle als Geist aus der Lampe mitreißend und singt sogar noch ein Lied. Er erzählt etwa, wie sich eine Frau wünschte, jung und schön in einer Villa zu sitzen. Ihr Kater sollte zum Traummann werden. „Abends saß sie dann im Ballsaal beim Dinner mit diesem wunderschönen Jüngling. Der guckt sie an und sagt: Na, bereust du jetzt, dass ich kastriert bin?“

Gute Stimmung verbreitet auch Carsten Graf. Der Vorstandssprecher der PSD Bank singt zusammen mit Bernd Ratayczak kölsche Hits. „Leev Marie“ zündet sofort. Das Publikum schunkelt auch beschwingt zu Stimmungshits der Hausband Klunkautaler, beim Komitee-Chor und bei den Braunschweiger Burgsängern. Die bringen eine Polonaise in Gang.

Und dann gibt es noch eine besondere Premiere: das Debüt der Brunonia-Garde, einer gemeinsamen Ü15-Garde aller drei Braunschweiger Karnevalsgesellschaften. In Kürze treten die 21 jungen Frauen am Timmendorfer Strand zum ersten Turnier an.

Die Tanzdarbietungen sind auch sonst ein großes Vergnügen: Tanzmariechen Rebecca Manske, das Mariechen-Medley, der Nachtleben-Showtanz der BKG Starletts und der griechische Tanz von Les Fleurs. Bei denen tanzt auch die BKG-Präsidentin mit.

Der Till-Orden wird an Schauspielerin Tanja Schumann verliehen, die zurzeit in der Komödie am Altstadtmarkt auftritt. Sie bedankt sich singend. Zum neuen Ehrensenator wird Hotelier Bernd Weymann ernannt. Dazu bietet der Abend zwei gereimte Reden von Ole Preußer (eine in Vertretung des erkrankten Till Jan Dyczka) und zwei Schluss-Höhepunkte: Bevor das Männerballett Okergirls umjubelt das Finale einläutet, räumt die Knallblech Brassband ab: Blechmusik mit fettem Beat aus Bonn. Ausgelassener Tanz vor der Bühne. Überall strahlende Gesichter. „Wir sind drei Stunden hierhergefahren“, resümiert der Bandleader. „Hätten wir gewusst, was uns erwartet, wären wir auch sechs Stunden gefahren.“ Nach dem großen Finale wird noch bis morgens im Foyer getanzt.

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