Braunschweig: Fußgängerzone soll kleinen Park bekommen

Braunschweig.  Die Kannengießerstraße soll umgebaut werden. In der Politik wird über Parkplätze gestritten.

Der Parkplatz an der Kannengießerstraße soll verschwinden und durch einen keinen Park ersetzt werden..

Der Parkplatz an der Kannengießerstraße soll verschwinden und durch einen keinen Park ersetzt werden..

Foto: Bernward Comes / Braunschweiger Zeitung

Die Innenstadt Braunschweigs soll attraktiver werden. Die Politik stellt zurzeit die Weichen, einen ersten sogenannten Pocketpark an der Grenze zur Fußgängerzone anlegen zu lassen. Unstrittig ist das freilich nicht.

Zusätzliche innerstädtische Grünflächen im Westentaschen-Format ist ein altes Lieblingsprojekt der Grünen. Lange wurden Standorte gesucht, dann 30.000 Euro in ein Konzept investiert, nun soll aber geplant und gebaut werden. Ort: die Kannengießerstraße. Tatsächlich handelt es jedoch um den angrenzenden Parkplatz. Er ist Braunschweigs größter überirdischer Parkplatz am Rande der Fußgängerzone.

Im Planungsausschuss fand sich nun eine Mehrheit, dem Rat eine Investition von 50.000 Euro vorzuschlagen, damit in diesem Jahr die Umbau-Planung erfolgt. Vorgesehen ist: Im Jahr 2021 soll gebaut werden. Es wird mit Kosten von 600.000 Euro gerechnet.

Die Kannengießerstraße stand als Standort in Konkurrenz zum Bäckerklint. Auch am dortigen Eulenspiegelbrunnen hätte ein Pocketpark entstehen können. „Der Bäckerklint ist allerdings längst nicht so attraktiv wie die Kannengießerstraße“, sagt Rainer Mühlnickel (Grüne). „Beim Bäckerklint handelt es sich um eine vergleichsweise isolierte Lage. Die Kannengießerstraße ist hingegen die Verbindung zwischen Fußgängerzone und unseren wunderschön umgebauten Tweeten. Die Kannengießerstraße ist erste Wahl für einen Pocketpark..“

Wie der Pocketpark aussehen soll, ist noch unklar. Die Planer möchten Flächen einbeziehen, die der Evangelischen Kirche gehören. Es müssen noch Abstimmungsgespräche erfolgen. Unklar ist auch, was mit den alten Platanen auf dem Parkplatz geschehen soll. Die neun Bäume sind bis zu 25 Meter hoch mit einem Stamm-Umfang von bis zu drei Metern. Zwei der Bäume gelten laut Baumkataster als mittelstark geschädigt.

Die CDU hat bereits erkennen lassen, dass sie die Pocketpark-Idee nicht mittragen wird. Einerseits geht es um die Umbau-Kosten, andererseits um Parkraum für Anwohner. In ersten Untersuchungen wurde festgestellt, dass Parkplätze in ausreichender Zahl vorhanden sind. Allerdings nicht vor der Haustüre. Anwohner müssten weiter laufen und vielleicht auch Parkplätze in nahen Parkhäusern anmieten.

Die FDP führt ein weiteres Argument gegen den Umbau an. Hintergrund: Wer am Rande der Innenstadt tagsüber parken will, muss in aller Regel zahlen. Ratsherr Mathias Möller: „Es entfallen 70 Parkplätze. Dadurch fehlen rund 170.000 Euro Parkgebühren jährlich in der Stadtkasse.“ Die Folgekosten des Parkplatz-Umbaus hätten für den Bäckerklint und gegen den Umbau der Kannengießerstraße gesprochen.

Mühlnickel ist anderer Ansicht: „Wenn Parkplätze und Einnahmen aus Parkplätzen das politische Handeln bestimmen, findet in Braunschweig keine Entwicklung mehr statt.“

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