Der große Umbau am Braunschweiger Hauptbahnhof

Braunschweig.  Die Stadtverwaltung lädt zur Bürgerbeteiligung in die Stadthalle ein. Der Berliner Platz wird ein neues Gesicht erhalten.

Riesige Flächen vor dem Hauptbahnhof sollen neu genutzt werden. Dazu gehören auch die Ränder der Kurt-Schumacher-Straße und das Atrium-Bummel-Center.  

Riesige Flächen vor dem Hauptbahnhof sollen neu genutzt werden. Dazu gehören auch die Ränder der Kurt-Schumacher-Straße und das Atrium-Bummel-Center.  

Foto: Jörn Stachura

Nach 60 Jahren heißt es:Es reicht! Der Bahnhofsvorplatz und die Kurt-Schumacher-Straße werden erneut umgebaut. Die Stadtverwaltung lädt darum ein zur Bürgerversammlung in die Stadthalle. Am Mittwoch, 15. Januar, werden von 18 Uhr an gute Ideen gesucht, damit das neue Bahnhofs-Vorfeld besser gelingt als das alte.

Ändern wird sich von heute auf morgen nichts. „Läuft alles gut, werden die Planungen wohl Ende des Jahres 2021 beendet sein. Erst im Anschluss kann gebaut werden“, sagt Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer. Eine Bürgerbeteiligung wäre in jedem Fall zwar Pflicht gewesen, „doch wir machen mehr, als der Gesetzgeber verlangt. Wir gehen ähnlich vor, wie bei den neuen Straßenbahn-Trassen: Wir fragen die Bürger, welche Ideen die Planer berücksichtigen sollten. “ In Kleingruppen werden werden Mittwoch die Pläne diskutiert.

Ganz bei Null beginnt es freilich nicht.Nach einem Wettbewerb hat der Rat bereits beschlossen, auf Basis des Siegerentwurfs zu planen. Leuer sagt dazu: „Davon würden wir nur in absoluten Ausnahmefällen abweichen.“ Zumal es nicht nur um Pläne des Stadt Braunschweig geht. Die Deutsche Bahn ist beteiligt und Wertgrund, die Interessen an der Entwicklung des sogenannten Atrium-Bummelcenters hat.

Auf einen Schlag sollen Probleme gelöst werden, an denen Braunschweig schon lange krankt: Mehr Parkplätze für Autos und Fahrräder sollen am Bahnhof entstehen, ein neuer Fernbus-Bahnhof soll her, Rückbau der überdimensionierten Kurt-Schumacher-Straße, neue Flächen für Wohnen und Gewerbe.

Unstrittig ist die Planungsgrundlage nicht. Die Jury war sich nicht einig und empfahl Optimierungen. Warum der Entwurf dennoch als Sieger aus dem Wettbewerb hervorging, wird Mittwoch Jury-Vorsitzender Uli Hellweg erläutern.

Gleichwohl ist noch viel offen. Zum Beispiel: Wie werden später Radfahrer zum Bahnhof kommen? Wo später Radwege verlaufen, geht aus dem Entwurf nämlich nicht hervor. Dafür sind Viewegs Garten Bäume verschwunden , die heute noch stehen. Die Baumschutz-Initiative läuft darum Sturm gegen die Planung . Zumal Viewegs Garten, der bereits schwer unter der Hauptbahnhofs-Planung vor 60 Jahren litt, erneut angefasst werden soll. Leuer sagt dazu: „Am Ende wird die Fläche des Parks größer als heute sein. Die Umgestaltung von Viewegs Garten war außerdem nicht Bestandteil des Wettbewerbs und steht auch nicht zur Debatte.“

Leuer kündigte an: „Die Anregungen der Bürgerversammlung werden die Planer einarbeiten. Bevor der Rat beschließt, wird die Planung während einer zweiten Bürgerversammlung erneut vorgestellt.“

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