BZ-Filmpremiere zeigt im Astor: „Lindenberg! Mach Dein Ding“

Braunschweig.  Die Filmbiografie von Udo Lindenberg ist als BZ-Premiere im Astor Filmtheater zu sehen. „Lindenberg! Mach Dein Ding“ läuft am 15. Januar.

„Lindenberg! Mach Dein Ding“ – der Film ist am Mittwoch, 15. Januar – als BZ-Filmpremiere zu sehen.

„Lindenberg! Mach Dein Ding“ – der Film ist am Mittwoch, 15. Januar – als BZ-Filmpremiere zu sehen.

Foto: Gordon TimpenSMPSP / Verleih

Ein Mann der markigen Worte: „Ich bin von Beruf Udo Lindenberg. Meinen Job gibt es nur einmal auf der Welt.“

Er ist einer der schrägsten und schnoddrigsten Musiker Deutschlands: Panikrocker und selbst ernannter „Udonaut“. Er machte die deutsche Sprache in Liedern salonfähig, aus seinem Alkoholkonsum keinen Hehl, redet oft wirr, aber extrem sprachkreativ und malt mit Eierlikör fröhliche Bildchen. Seine Likörelle hängen inzwischen sogar im Kanzleramt. Udo Lindenberg zählt mit seinen 73 Jahren und Songs wie „Andrea Doria“, „Cello“, „Mädchen aus Ost-Berlin“ und „Sonderzug nach Pankow“ zu den schillerndsten Persönlichkeiten der deutschen Kulturszene.

Bevor Lindenberg am 2. Juni erneut die Bühne der Braunschweiger Volkswagen Halle entert, zeigen wir seine Filmbiografie als BZ-Premiere im Astor Filmtheater. „Lindenberg! Mach Dein Ding“ läuft am Mittwoch, 15. Januar, 20 Uhr, an – einen Tag vor dem offiziellen Bundesstart.

Regisseurin Hermine Huntgeburth („Neue Vahr Süd“, „Die weiße Massai“) zeigt im Film die Anfänge der großen Karriere: Wer Lindenberg ist; woher er kommt; wie er zu dem wurde, für das er steht.

Während Udos Vater Gustav betrunken als Dirigent im Wohnzimmer auftritt und die Familie aufmerksam vom Sofa zuschaut, trommelt der sechsjährige Udo im Takt auf einem Blecheimer – der Traum einer Karriere als Musiker ist geboren. In den darauffolgenden Jahren übt er ununterbrochen auf dem Schlagzeug. Seinem Vater wäre es jedoch lieber, wenn er seinesgleichen folgt und einen Beruf als Klempner in Betracht ziehen würde. Der Junge aber will seinen Traum unbedingt verwirklichen und verlässt mit 15 Jahren seine Heimat ...

Der Film zeigt, wie der westfälische Junge davon träumt, als Kellner auf einem Kreuzfahrtschiff auf den Meeren herumzuschippern und wie er dann doch trotz enormer Widerstände und Rückschläge seine Bestimmung erst im Schlagzeug, dann in der Stimme findet. Er zeigt die Kämpfe mit dem Vater, das Ringen um Anerkennung, die erste Liebe und sein abenteuerliches Engagement in einer US-amerikanischen Militärbasis in der libyischen Wüste. Er endet mit Lindenbergs Durchbruch im Jahr 1973. Der Rest ist Geschichte.

Nach der umjubelten Deutschland-Premiere des Films in Hamburg vor wenigen Tagen ist Lindenberg voll des Lobes für Regisseurin Huntgeburth und Hauptdarsteller Jan Bülow. Eine Zeitung zitiert ihn mit den Worten: „Du bist genauso ein schüchterner Junge wie ich auch, ein bisschen verklemmt, ein bisschen scheu, und du hattest so richtig Spaß am Scheißebauen und Durchdrehen.“ Lindenberg schwärmte, der Film sei mit „einer solchen Liebe, so genial gemacht“.

Seit Mitte der 90er-Jahre lebt Lindenberg im Luxushotel „Atlantic“ an der Hamburger Außenalster. 2018 hat der Musiker mit der „Panik City“ ein kleines Lindenberg-Universum auf St. Pauli eröffnet. Auf einer Fläche von etwa 700 Quadratmetern ist Lindenbergs Leben und Schaffen als multimediales Event auf der Reeperbahn zu erleben: die Jugend in Gronau, sein Absturz und Comeback, das Engagement für den Mauerfall, seine Musik und seine Bilder.

Lindenbergs politisches Engagement ist legendär: 1983 wurde das Lied „Sonderzug nach Pankow“, eine Adaption von Harry Warrens „Chattanooga Choo Choo“, sein bis dahin größter kommerzieller Erfolg. Das Lied löste eine Diskussion in der Regierung der DDR aus, da Lindenberg deutlich den Wunsch äußerte, in der DDR auftreten zu dürfen. Am 25. Oktober 1983 durfte er tatsächlich singen – im Palast der Republik in Ost-Berlin. Sein 15-minütiger Auftritt dort wurde vom DDR-Geheimdienst, dem Ministerium für Staatssicherheit, umfangreich überwacht.

1987 schenkte Lindenberg Erich Honecker anlässlich dessen erstem Besuch in der Bundesrepublik Deutschland in Wuppertal neben einer zuvor bereits postalisch übersandten Lederjacke eine E-Gitarre mit der Aufschrift „Gitarren statt Knarren“ und erhielt im Gegenzug eine Schalmei.

1989 bekam Lindenberg das Bundesverdienstkreuz am Bande für seine Bemühungen um die Verständigung zwischen Ost und West - eine von unzähligen Auszeichnungen.

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