Übergriffe auf Haus von Janzen: Tatverdächtiger wurde ermittelt

Braunschweig.  Die Braunschweiger Polizei hat die Wohnung eines 27-Jährigen aus der rechtsextremen Szene durchsucht und Beweismittel beschlagnahmt.

Die Tür des Mehrfamilienhauses wurde in der vergangenen Woche zweimal beschmiert. In den Briefkästen war eine übelriechende Substanz, die Unwohlsein und Augenreizungen hervorrief.

Die Tür des Mehrfamilienhauses wurde in der vergangenen Woche zweimal beschmiert. In den Briefkästen war eine übelriechende Substanz, die Unwohlsein und Augenreizungen hervorrief.

Foto: David Janzen

Die Polizei meldet einen schnellen Ermittlungserfolg: Nach den letzten Übergriffen gegen den Sprecher des „Bündnisses gegen Rechts“, David Janzen, gibt es einen Tatverdächtigen. Wie Polizeisprecher Stefan Weinmeister am Freitag mitteilte, handelt es sich um einen 27-Jährigen aus der rechten Szene.

Die Tür des Mehrfamilienhauses, in dem Janzen wohnt, war in der vergangenen Woche zweimal beschmiert worden – mit einer roten, zähflüssigen Substanz, vermutlich Ketchup, so Janzen. Im Briefkasten war zudem eine Flüssigkeit, die Augen-, Haut und Atemwegsreizungen hervorrief. Außerdem befanden sich wiederholt rechtsextreme Aufkleber an der Tür, darunter auch solche der Braunschweiger Kampfsportgruppe „Adrenalin 38“ mit dem Symbol eines Schlagrings. Bereits im Juni war die Haustür mit der Drohung „Wir töten dich! Janzen“ beschmiert worden.

Die Polizei habe am Donnerstag die Wohnung des Tatverdächtigen durchsucht und Beweismittel beschlagnahmt, die den Tatverdacht weiter erhärten, sagt Weinmeister. „Der 27-Jährige macht keine weiteren Angaben zu den vorgeworfenen Taten. Die Ermittlungen dauern an.“ Jetzt werde sich die Staatsanwaltschaft damit befassen. Die Polizei geht von Sachbeschädigung und Körperverletzung aus.

Auch wenn die Straftaten aus Sicht der Polizei damit aufgeklärt seien, so Weinmeister, würden die Schutzmaßnahmen für Janzen fortgeführt. Streifenwagen fahren regelmäßig bei an dem Wohnhaus vorbei und Polizisten schauen sich im Umfeld um, außerdem sind zivile Kräfte verdeckt im Einsatz.

Angesichts der Vorfälle hatte die Polizei in der gesamten rechten Szene ermittelt, wie der Leiter der Polizeiinspektion, Axel Werner, vor wenigen Tagen im Interview mit unserer Zeitung erläuterte. Insgesamt handele es sich nur um sehr wenige Personen, die immer wieder auffällig seien. Auch die Mitglieder der Gruppe „Adrenalin 38“ waren im Visier der Polizei. Diese Gruppe hatte im Juni ihre Auflösung bekanntgegeben, gleichzeitig aber angekündigt, ihren „Kampf“ fortführen zu wollen. Einer der beiden Hauptakteure der Gruppe, ein 27-Jähriger, war vor zwei Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt worden, nachdem er einem Schüler der Neuen Oberschule mit einem Fußtritt den Kiefer doppelt gebrochen hatte. Das Gericht hatte eine Bewährungsstrafe verhängt – diese läuft bis Januar 2021.

Zur Identität des aktuellen Tatverdächtigen äußert sich die Polizei nicht. Weinmeister teilt auf Nachfrage lediglich mit, dass der Mann bereits eine Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung hinter sich habe. Man kann daher wohl davon ausgehen, dass es sich um den Braunschweiger handelt, der für die Attacke an der Neuen Oberschule verantwortlich war.

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