Kleidercenter in Braunschweig ist jetzt Sozialkaufhaus

Braunschweig.   Die Kleiderkammer des Roten Kreuzes und der Volkshochschul-Tochter „Arbeit und Beruf“ hat ein neues Konzept: Sie ist offen für alle.

Christiane Leonhardt (rechts) von der VHS-Tochter Arbeit und Beruf sieht sich im Sozialkaufhaus mit (von links) Christian Blümel (DRK), Sozialdezernentin Christine Arbogast und Heike Blümel (DRK-Sprungbrett) gespendete Kleidung an. Das kleine Bild zeigt Kundinnen am Kleiderständer.

Christiane Leonhardt (rechts) von der VHS-Tochter Arbeit und Beruf sieht sich im Sozialkaufhaus mit (von links) Christian Blümel (DRK), Sozialdezernentin Christine Arbogast und Heike Blümel (DRK-Sprungbrett) gespendete Kleidung an. Das kleine Bild zeigt Kundinnen am Kleiderständer.

Foto: Karsten Mentasti

Zweieinhalb Wochen war das Kleidercenter „Jacke wie Hose“ in der Petzvalstraße 50b geschlossen, am Mittwoch wurde es mit neuem Konzept als Sozialkaufhaus wiedereröffnet. Träger sind weiterhin vom Roten Kreuz die Tochter DRK-Sprungbrett gGmbH und die Volkshochschul-Tochter Arbeit und Beruf. Die Stadt stellt den Raum in Gliesmarode zur Verfügung.

Künftig kann auf den knapp 400 Quadratmetern jeder Kleidung kaufen, der vielleicht in einer schwierigen finanziellen Situation ist, der gern nachhaltig Second-Hand-Kleidung einkauft oder der Lust hat, in einem umfangreichen Gebraucht-Angebot von Bettwäsche über Shorts bis zu Kleidern zu stöbern.

Das Sozialkaufhaus ist fünf Tage geöffnet, wenn auch tagsüber nicht durchgehend. Vier hauptamtliche Kräfte, je zwei vom DRK und der VHS, werden unterstützt durch acht vom Jobcenter vermittelte Helfer, die über das Instrument Arbeitsgelegenheiten an den ersten Arbeitsmarkt herangeführt werden, und durch einen Pool aus 15 Ehrenamtlichen des DRK, die den Kunden beratend zur Seite stehen und am Eingang kassieren.

Das Sozialkaufhaus, das seinen alten Namen „Jacke wie Hose“ behalten hat, ist jetzt für jeden offen – „nicht nur für Menschen, die geflüchtet sind und eine entsprechende Bescheinigung besitzen oder die den Braunschweig-Pass haben“, so Christian Blümel, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes Braunschweig-Salzgitter. Diese konnten bisher pro Monat ein festgelegtes Kontingent an Kleidung kostenlos einkaufen.

„Wir sind von einem closed zu einem open Shop geworden“, ergänzte Blümel in internationaler Sprache, also von einem nur auf einen begrenzten Personenkreis beschränkten Kleidercenter zu einem offenen Laden „für alle, die günstig und nachhaltig Kleidung und Wäsche einkaufen wollen“, fasste Braunschweigs Sozialdezernentin Christine Arbogast das Angebot kurz und knackig zusammen. Sie war zur Eröffnung des Sozialkaufhauses erstmals in die Ende 2015 kurzfristig und spontan von den beiden Trägern, der Stadt und dem Jobcenter, geschaffene Kleiderkammer gekommen. Das Lager war eröffnet worden, nachdem ab Herbst 2015 Tausende Flüchtlinge in die Stadt gekommen waren , aber es wurde schon bald auch für Bedürftige aus Braunschweig geöffnet.

DRK und Volkshochschule sind nach gut drei Jahren Erfahrung zu dem Schluss gekommen, dass es an der Zeit sei, das Konzept anzupassen, „so dass keine Stigmatisierung mehr stattfindet und jeder für kleines Geld einkaufen kann“, so Blümel. „Kleidung kostet hier wenig, zwischen 50 Cent und vielleicht zwölf Euro für eine gute Winterjacke“, so Christiane Leonhardt von der VHS. T-Shirts kosten durchgängig zwei Euro.

Die gesamte im Sozialkaufhaus angebotene Kleidung stammt aus Spenden aus der Bevölkerung, die vor Ort abgegeben werden und dann geprüft, sortiert und bepreist werden und anschließend auf den Angebotstischen und Kleiderständern landen.

Öffnungszeiten / Spenden

Das Sozialkaufhaus „Jacke wie Hose“, Petzvalstraße 50b, hat an fünf Tagen/Woche geöffnet: montags, dienstags und donnerstags 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr, mittwochs 14 bis 18 Uhr und freitags 10 bis 12 Uhr.

Einkaufen kann im Sozialkaufhaus jeder. Ein Braunschweig-Pass oder eine Bescheinigung für Geflüchtete, die bisher notwendig waren, ist ab sofort nicht mehr notwendig.

Kleiderspenden sind zu den Öffnungszeiten im Haus und zu allen anderen Zeiten in den beiden Kleidercontainern vor dem Sozialkaufhaus möglich.

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