Endspurt für das Großhotel im Braunschweiger Eichtal

Braunschweig.  Jetzt wurde Richtfest für das 45-Millionen-Euro-Projekt gefeiert. Die Arbeiten am denkmalgeschütztem Juteportal beginnen

Realique-Geschäftsführer Nils Schmidt (links) und Architekt Jürgen Dumschat im Rohbau des Appartement-Hotels, das nächstes Jahr fertig werden soll.

Realique-Geschäftsführer Nils Schmidt (links) und Architekt Jürgen Dumschat im Rohbau des Appartement-Hotels, das nächstes Jahr fertig werden soll.

Foto: Jörn STACHURA

Das ging flott. Der Rohbau für das Eichtal-Hotel mit 150 Appartements ist nach rund neun Monaten fertig. „Tatsächlich sind wir dem Zeitplan sogar etwas voraus“, so Nils Schmidt, Geschäftsführer der Realique-Gruppe aus Hannover,. Sie baut für 45 Millionen Euro das neue „Jute-Quartier“ im Eichtal.

Die alte Brache der Jutespinnerei, die fast 100 Jahre lang das Leben im Eichtal prägte, ist mittlerweile verschwunden. L-förmig wird entlang der Oker das Appartement-Hotel gebaut, das Langzeitgäste zum Beispiel von Forschungseinrichtungen oder Unternehmen der Stadt aufnehmen soll. Eine Marktlücke werde in Braunschweig geschlossen, meint dazu Schmidt.

Entlang der Spinnerstraße entstehen zudem 50 Wohnungen. „Dort sind wir weiter als ursprünglich angenommen“, so Architekt Jürgen Dumschat. Ein gutes Baustellen-Management habe dafür gesorgt, dass mit den Arbeiten an den Wohnhäusern früher als angenommen begonnen werden konnte. Das habe auch die Vermarktung der Wohnungen befördert, so Schmidt. „40 Prozent der Wohnungen sind bereits verkauft.“ Zum Richtfest für das Appartement-Hotel wurden die ersten neuen Eigentümer der Wohnungen eingeladen.

Demnächst werden die letzten großen Bauprojekte in Angriff genommen. Im Sommer wird eine große Parkpalette für die Bewohner gebaut. In dieser Woche startet bereits der Umbau des denkmalgeschützten Juteportals. Es wurde 1874 gebaut und war einst Zufahrt zur alten Spinnerei. Mittlerweile ist es jedoch ein Ruine. Gleichwohl soll das Portal, das auch als Wahrzeichen des Eichtals gilt, gerettet werden.

„Detaillierte Pläne gibt es noch keine“, sagt Schmidt. Die ersten Arbeiten dienten lediglich der Gebäude-Sicherung. Hintergrund, so der Geschäftsführer: „Mit der Stadt Braunschweig ist vereinbart worden, dass im Juteportal Gastronomie angesiedelt wird. Die Besonderheit daran: Die Gastronomie wird sich nicht nur an die Gäste des Hotels wenden, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich sein.“

Die Realique-GmbH sei mittlerweile auf Betreiber-Suche. Drei Interessenten hätten sich angeboten. Schmidt: „Bis zum Sommer wird eine Entscheidung fallen. Der Betreiber hat schließlich maßgeblichen Einfluss darauf, wie zum Beispiel die Küchenplanung im Juteportal aussehen muss. Das wollen wir nicht vorgeben.“ Fast Food werde es im Juteportal nicht geben, sondern „gute Küche“. Zusätzliche Parkplatz-Probleme im hochverdichteten Eichtal erwartet Schmidt durch die Gastronomie keine. „Hotel-Gäste und Wohnungseigentümer haben Parkplätze auf der Parkpalette. Die Stadtverwaltung hat es außerdem zur Auflage gemacht, dass an der Spinnerstraße noch zusätzliche Parkplätze angelegt werden.“

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