Hochhaus und Gewerbekomplex haben den Besitzer gewechselt

Braunschweig.  Die Immobiliengesellschaft Streiff Holding will an der Otto-von-Guericke-Straße Büros vermieten und sucht auch Interessenten für die Ladenflächen.

Das Hochhaus an der Otto-von-Guericke-Straße Ecke Theodor-Heuss-Straße steht inzwischen fast komplett leer. Nebenan sieht es schon lange trist aus: Aldi, Tedox und Intersport schlossen Ende 2014, und auch im ehemaligen Max-Bahr-Baumarkt gegenüber tut sich seit 2014 nichts mehr.

Das Hochhaus an der Otto-von-Guericke-Straße Ecke Theodor-Heuss-Straße steht inzwischen fast komplett leer. Nebenan sieht es schon lange trist aus: Aldi, Tedox und Intersport schlossen Ende 2014, und auch im ehemaligen Max-Bahr-Baumarkt gegenüber tut sich seit 2014 nichts mehr.

Foto: Jörn Stachura / Archiv

Leerstand prägt die Ecke Otto-von-Guericke-Straße und Theodor-Heuss-Straße. Auf der einen Seite der einstige Max-Bahr-Baumarkt, seit 2014 geschlossen. Gegenüber der Gewerbekomplex, den Aldi, Tedox und Intersport ebenfalls 2014 verließen. Und dahinter das Hochhaus, das inzwischen auch fast komplett leer ist. Tausende kommen täglich dort vorbei, vor allem Kunden des Real-Marktes. Es ist momentan keine schöne Ecke – doch inzwischen gibt es Anzeichen dafür, dass in absehbarer Zeit wieder Leben einziehen könnte. Grund dafür ist ein Eigentümerwechsel: Das Hochhaus gehört seit Ende Januar der Braunschweiger Immobiliengesellschaft Streiff Holding.

Gravierende Brandschutz-Mängel

Vorheriger Eigentümer war ein Grundstücksverwalter aus Wolfsburg. Er hatte in dem Hochhaus einst Appartements eingerichtet und jahrzehntelang zu Wohnzwecken vermietet, obwohl von Beginn an nur eine Büronutzung zulässig war. 2017 hatte die Feuerwehr jedoch bei einer Kontrolle gravierende Brandschutzmängel festgestellt. Acht Appartements mussten sofort geräumt werden.

Die weiteren rund 60 Mieter hätten aus Sicht der Stadt bis zum Auslaufen ihrer Mietverträge bleiben können – unter der Voraussetzung, dass Vorgaben zum Brandschutz umgesetzt werden. Der Eigentümer jedoch kündigte allen Mietern fristlos. Die meisten zogen aus. Einige blieben, weil sie die Kündigungen für unrechtmäßig hielten. Der Eigentümer reagierte darauf mit Räumungsklagen. Das Landgericht sah aber keinen triftigen Grund für die fristlosen Kündigungen: Allein der Vermieter habe es zu verantworten, dass das Haus nicht in einem bauordnungsgemäßen Zustand sei.

Hochhaus soll umgebaut werden

Letztlich kam es nun zum Verkauf des Hochhauses. Zwei gewerbliche Mieter befinden sich noch im obersten Geschoss. Ihre Mietverträge laufen in diesem und im nächsten Jahr aus. Und wie geht es jetzt weiter? Wie Helmut Streiff, der auch Präsident der IHK Braunschweig ist, auf Anfrage mitteilt, soll das Gebäude komplett gewerblich vermietet werden. Ein Riesenproblem sei der Brandschutz, so Streiff. „Was genau geschehen muss, wird ein Sachverständiger erst noch ermitteln. Wir werden das Gebäude komplett umbauen“, sagt er. Ob dann künftig kleine oder große Büroflächen angeboten werden sollen, sei noch offen. „Wir gehen mit Hochdruck ran.“

Dasselbe gelte für den Gewerbekomplex direkt neben dem Hochhaus, in dem einst Aldi, Tedox und Intersport waren. Auch er gehört jetzt Streiff, und auch dort sind bauliche Veränderungen zu erwarten: „Wir tendieren zu einem Teilabriss, aber dazu ist noch nichts entschieden“, so Streiff. Spannend wird dann, wer dort einzieht.

Vermarktung ist schwierig

Bisher scheiterte eine Nachnutzung am „Zentrenkonzept Einzelhandel“ und den entsprechenden Vorgaben im Bebauungsplan. Denn zulässig sind dort nur folgende Sortimente: Möbel und Einrichtungen, Gartenbedarf, Baubedarf, großteilige Sportgeräte, Wohnwagen/Campingfahrzeuge, Kraftfahrzeuge und Zubehör sowie Kleintiere und Tierhaltung. Diese Vorgaben sollen die Innenstadt-Kaufleute vor zu starker Konkurrenz in der Peripherie schützen. Es sollen dort keine Waren verkauft werden, die typischerweise in der Innenstadt angeboten werden. Doch das machte es bislang offensichtlich schwer, den Standort neu zu vermarkten.

Auch Streiff sagt klipp und klar: „Das ist das schwierigste Objekt, das wir jemals hatten. Der Standort ist unwahrscheinlich attraktiv. Aber es ist ausgesprochen kompliziert, ein funktionierendes Konzept zu finden. Ich hoffe, dass die Stadt zu Kompromissen bereit ist.“

Was wird aus dem Ex-Baumarkt?

Auf Kompromisse hofft auch das Unternehmen XXXLutz. Ihm gehört der ehemalige Max-Bahr-Baumarkt gegenüber. XXXLutz will dort einen Mömax-Trend-Mitnahmemarkt einrichten. Die Verhandlungen mit der Stadt laufen seit einigen Jahren. Auf Nachfrage teilt Unternehmenssprecher Jens Mieke mit: „An unseren Plänen hat sich nichts geändert. Über 50 Arbeitsplätze könnten dort entstehen. Hierzu befinden wir uns weiterhin in Gesprächen, die jedoch leider noch zu keinem Ergebnis geführt haben.“

Auch hier gibt es Probleme mit dem Sortiment. Die Stadt erläutert dazu: „Dem Unternehmen wurde Anfang 2018 mitgeteilt, dass das geplante Sortiment eines Mömax-Marktes nicht mit dem Zentrenkonzept Einzelhandel vereinbar ist“, so Pressesprecher Adrian Foitzik. „Es wären mehrere Abweichungen vom geltenden Planungsrecht erforderlich gewesen. Dagegen hatte die IHK Bedenken erhoben. Eine solche Änderung des Bebauungsplans kam daher aus Sicht der Verwaltung nicht in Frage. Seitdem hat es keine weiteren Gespräche gegeben.“

Die Verwaltung werde den Gewerbebereich Otto-von-Guericke-Straße in die Rahmenplanung Europaviertel und Theodor-Heuss-Straße aufnehmen. Der gesamte Bereich soll durch Büro-, Wohn- und Gewerbeflächen aufgewertet werden. Ob daraus dann auch eine Änderung des Bebauungsplanes folge, sei noch nicht abzusehen. „Zudem wird die weitere Entwicklung davon abhängen, ob sich gegebenenfalls Investoren finden, die zentrenverträgliche Nutzungen im Blick haben“, so Foitzik. Bislang war das nicht der Fall. Vieles ist also noch offen. Aber die Tatsache, dass Streiff in dem Bereich aktiv wird, deutet Bewegung an.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (3)