Die Glühwein-Fee vom Schwarzwaldstübchen

Braunschweig.  Monika Brennecke – ein Gesicht auf dem Braunschweiger Weihnachtsmarkt. Seit 25 Jahren ist sie dabei.

Monika Brennecke (links) am Zapfhahn des „Schwarzwaldstübchens“, dahinter Ute und Thomas Bronswyk sowie die beiden Kolleginnen Klaudia und Karolina.

Monika Brennecke (links) am Zapfhahn des „Schwarzwaldstübchens“, dahinter Ute und Thomas Bronswyk sowie die beiden Kolleginnen Klaudia und Karolina.

Foto: Norbert Jonscher

Sie ist ein Gesicht des Braunschweiger Weihnachtsmarktes, das fast jeder kennt: Monika Brennecke (50), die „Moni“ vom Schwarzwaldstübchen gleich neben dem Torbogen. Seit 25 Jahren schenkt sie dort Glühwein ein, Punsch und heißen Kakao. Das ist eine Geschichte wert.

Brennecke erinnert sich gern, wie sie ihren Job antrat, damals kurz nach der Wende, als Unzählige aus dem Osten auf den Braunschweiger Weihnachtsmarkt strömten. 1993 war das. Als der Becher Glühwein noch zwei Mark kostete, und als es noch weniger Lametta gab, kein Riesenrad, keine Pyramide und auch noch keine Holzflöße im Burggraben.

Nicht ganz zufällig stieß die gelernte Köchin damals zum Team des „Schwarzwaldstübchens“ rund um die Braunschweiger Schaustellerfamilie Bronswyk, die seit Jahrzehnten auf dem Weihnachtsmarkt vertreten ist. Seit 1974 mit dem Schwarzwaldstübchen. Moni berichtet: Durch ihren Bruder sei sie irgendwie dazu gekommen und auch ihre Schwägerin habe hier gearbeitet. Längst ist die „Moni“, wie sie alle nennen, zur guten Seele des Unternehmens avanciert und über all die Jahre die rechte Hand des Chefs Thomas Bronswyk. Um 9 Uhr beginnt ihre Schicht am Stand, damit alles fertig ist, wenn eine Stunde später die Läden hochgeklappt werden. Dann kommen auch schon die ersten Gäste, um sich bei einem Heißgetränk zu wärmen. Abertausende Gäste hat Moni in all den Jahren bewirtet, die netten und auch die etwas anspruchsvolleren. Denn von denen gebe es auch ein paar. Schwierig sei es, wenn Gäste nicht wissen, was sie möchten und sich auch so spontan nicht entscheiden mögen. Das sei dann so eine Sache, wenn andere Gäste warten müssten. „Und dann gibt’s natürlich auch ein paar, die’s nicht abwarten können und ungeduldig werden, wenn der Glühwein nicht ruckzuck über die Theke kommt. „Aber was soll man machen. Man hat schließlich nur zwei Arme.“

Unterstützung hat Monika Brennecke seit kurzem von rumänischen Kollegen. Rumänen. Ja, lacht die 50-Jährige, es sei zunehmend schwerer, geeignete deutsche Mitarbeiter zu finden. „Manchen, denke ich, ist die Arbeit zu anstrengend. Den ganzen Tag stehen. Und man muss auch gut kopfrechnen können und so weiter. Das ist auch nicht jedermanns Sache.“

Glühwein – der Kassenschlager. „Wir beziehen unseren Wein seit Jahrzehnten von einem Winzer aus Italien. In einem Herforder Betrieb wird er dann veredelt, mit Zimt und Nelken“, erklärt Thomas Bronswyk. Er sei nicht so süß und „wunderbar nussig im Nachgang“.

Am heutigen Heiligabend und auch am 1. Weihnachtstag steht Moni übrigens nicht im „Stübchen“ am Zapfhahn. Und das sei gut so. „Man freut sich, wenn man nach vier Wochen Weihnachtsmarkt endlich mal einen Tag mit der Familie hat. Das fehlt bei all dem Trubel“, sagt sie.

Und nach dem Weihnachtsmarkt? Legt Monika Brennecke erst mal die Beine hoch. Erst im März gehe es weiter. Dann rollt das „Schwarzwaldstübchen“ rüber ins Westfälische, nach Rheine, Münster, Minden, wo die ersten Frühjahrsmärkte stattfinden.

Ein Urmodell des Wagens sieht man noch auf einem verblichene Farbfoto von 1976, das weiter hinten im Stübchen an der Wand hängt. Darüber ein Foto von Vater Peter Bronswyk am Glühweinzapfhahn. „Der Wagen stand damals da, wo heute der Flammlachstand ist“, erinnert sich Thomas Bronswyk. „Vorn an der Burgplatztreppe.“

Der Weihnachtsmarkt damals – kein Vergleich zu heute. „Es standen ein paar Wagen um den Burglöwen herum. Das war’s.“

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