Georg-Eckert-Umbau kommt in Schwung

Braunschweig.  Grundsteinlegung bei den Schulbuchforschern. Der Neubau wird 13 Millionen Euro kosten und soll Ende 2019 fertig sein.

So soll das Institut später vom Park aus aussehen: Links die neue Bibliothek, rechts die Villa von Bülow.

So soll das Institut später vom Park aus aussehen: Links die neue Bibliothek, rechts die Villa von Bülow.

Foto: Visualisierung: THIRD

Jetzt sieht man etwas an der Celler Straße: Die Schulbuchforscher vom Georg-Eckert-Institut (GEI) haben den Grundstein für ihre neue Bibliothek gelegt. Auftakt für ein 13-Millionen-Euro-Projekt.

Im Grunde wird auf dem Gelände an drei Stellen gearbeitet. Entlang der Freisestraße entsteht eine neue Bibliothek. Das ehemalige Schwesternwohnheim der Holwedestraße wird zum Bürogebäude umgebaut und soll später das neue Zentrum für digitale Schulbuchforschung enthalten. Und auch das Hauptgebäude, die prächtige Villa von Bülow, wird ihr Gesicht verändert. Eine neue Zuwegung wird geschaffen. Das Innere des Gebäudes soll später auch Ort des Austauschs werden und auch der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Der Zeitplan sieht vor: Ende des Jahre 2019 sollen der Bibliotheks-Neu- und der Schwesternheim-Umbau beendet sein. Wenig später sollen die Mitarbeiter einziehen. „Der Umbau des Foyers der Villa von Bülow wird etwas länger dauern und wohl im Frühjahr 2020 beendet sein“, so Instituts-Leiter Prof. Eckhardt Fuchs. Die neue Philosophie des Georg-Eckert-Instituts werde lauten „Schulbuch im Park“.

Das Institut beherbergt eine einzigartige Sammlung: 175 000 Schulbücher aus aller Welt. Darüber hinaus befinden sich dort unter anderem eine Fibelsammlung mit 5000 internationalen Fibeln und eine Sammlung von Schulbüchern ab dem 17. Jahrhundert.

Auch darum ist das Institut seit dem Jahr 2011 Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die Förderfähigkeit wird alle sieben Jahre überprüft. Präsident Prof. Matthias Kleinert stellte heraus, dass bei Überprüfungen etwa fünf Prozent der 92 Institute der Gemeinschaft die strengen Vorgaben nicht erfüllen. Das Georg-Eckert-Institut litt am Makel, dass die Arbeitsplätze der Mitarbeiter nicht zeitgemäß seien. Dass sei zuletzt im Jahr 2017 erneut festgestellt worden. Um- und Neubau würden jetzt Abhilfe schaffen.

Björn Thümler (CDU), Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, verwies darauf, dass die Planungen länger als zehn Jahre gedauert haben. Bis zum Schluss sei sehr kontrovers diskutiert worden. Er wünschte dem GEI, dass sich tatsächlich die Hoffnungen erfüllen und die neuen Räume für Zukunftssicherheit bis in das Jahr 2030 sorgen.

Dass alte Bäume fallen mussten, Eingriffe in den Park erfolgen und besonders der Bibliotheks-Neubau sehr kontrovers in der Stadtgesellschaft diskutiert wurde, es Zweifel in der Politik gab und sogar die Gerichte bemüht wurden, begleiteten die Planungsphase. Oberbürgermeister Ulrich Markurth sprach von einem „sensibelen Ort“. Er erinnerte allerdings auch daran: „Ohne das Georg-Eckert-Institut würde es die Villa von Bülow heute nicht mehr geben.“ Die Villa stand vor dem Verfall, bevor die Schulbuchforscher einzogen. Dies hätte das Gebäude nicht nur gerettet, sondern auch zu einem Treffpunkt für Forscher aus aller Welt gemacht.

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