Schülerfahrkarten könnten in Braunschweig bald günstiger werden

Braunschweig.  SPD und Grüne wollen beantragen, dass die Monatskarte für Bus und Tram günstiger wird. Ein erster Schritt in Richtung kostenloser Schülertickets?

Bei der Ratssitzung Ende Mai hatten Schüler ihrer Forderung nach kostenlosen Schülerfahrkarten Nachdruck verliehen.

Bei der Ratssitzung Ende Mai hatten Schüler ihrer Forderung nach kostenlosen Schülerfahrkarten Nachdruck verliehen.

Foto: PHILIPP ZIEBART/BestPixels.de

Kostenlos mit Bus und Bahn zur Schule, zu Freunden und ins Freibad – davon träumen viele Jugendliche in Braunschweig. Seit vielen Jahren kämpft der Stadtschülerrat dafür, dass alle Schüler ein kostenloses Ticket erhalten. Könnte sein, dass sie ihrem Ziel bald zumindest ein deutliches Stück näherkommen.

Die Fraktionen von SPD und Grünen haben angekündigt, in der nächsten Ratssitzung am 4. September den Antrag stellen zu wollen, dass das Monatsticket für Schüler deutlich günstiger wird. Oberstes Ziel sei dabei ein regional geltendes, günstigeres Schülerticket. Da einer regionalen Lösung alle Kommunen im Verkehrsverbund zustimmen und die Kosten dafür tragen müssten, erscheint eine schnelle Einigung jedoch unrealistisch. Deshalb haben SPD und Grüne gleich einen Plan B in ihren Antrag aufgenommen: Sollte sich abzeichnen, dass eine regionale Lösung 2019 nicht umgesetzt werden kann, soll die Stadt Braunschweig mit gutem Beispiel vorangehen und ein günstiges Schülerticket für das Stadtgebiet einführen.

Hintergrund: Derzeit ist es so, dass alle Schüler eine kostenlose Fahrkarte erhalten, die mindestens zwei Kilometer von ihrer Schule entfernt wohnen. Ausgenommen sind Schüler der Oberstufe und der Berufsschulen. Sie müssen ihr Ticket selber bezahlen: 49,30 Euro kostet die Monatskarte derzeit – ein im Vergleich mit anderen Kommunen sehr hoher Preis, wie ein Gutachten gezeigt hat.

„Für kostenfreie oder kostengünstige Schülerfahrkarten setzen sich die Schüler in Braunschweig schon seit vielen Jahren ein – und zwar sehr geduldig und sehr zäh“, sagt die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Elke Flake, rückblickend. Klar ist aber: Kostenlose Schülerfahrkarten für alle würden ein Defizit von rund vier Millionen Euro in die Kasse der Verkehrs-GmbH reißen, und dieses Defizit müsste die Kommune ausgleichen. Dafür ließe sich kaum eine Mehrheit im Rat finden.

SPD und Grüne wollen deshalb, dass der Preis für die Monatskarte in einem ersten Schritt auf maximal 20 Euro reduziert wird. Wichtig: Alle Schüler, die derzeit die kostenfreie Karte erhalten, sollen diese auch weiterhin erhalten. Aber die, die sich eine Monatskarte kaufen müssen, sollen dafür deutlich weniger zahlen müssen.

Dass es sich bei dieser Lösung um einen Kompromiss handelt, das machten Elke Flake, der Vorsitzende der SPD in Braunschweig, Christos Pantazis, und SPD-Fraktionschef Christoph Bratmann am Donnerstag deutlich: „Dieser Kompromiss zeigt den Weg auf, wo wir hinwollen“, so Pantazis. Er stellte auch klar: „Eine kostenfreie Schülerfahrkarte wird es ohne Unterstützung vom Land nicht geben.“ Das sei für die Kommune schlichtweg zu teuer.

Ziel müsse es sein, eine landesweite Lösung zu finden, zumindest aber eine regionale. „Die Absicht, kostenfreie oder kostenreduzierte Schülertickets einzuführen, steht im Koalitionsvertrag der Landesregierung. Es ist also eine Lösung auf Landesebene zu erwarten. Aber wann, das wissen wir nicht – in den nächsten ein bis zwei Jahren wird es das noch nicht geben“, so der Landtagsabgeordnete Christoph Bratmann. Mit dem Antrag wolle man bewusst den Druck auf andere Kommunen und auf das Land erhöhen, das Thema endlich anzugehen. Ein Antrag mit Signalwirkung, sozusagen.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder