Das Nördliche Ringgebiet wächst und wächst und wächst ...

Braunschweig.  Die ersten Wohnungen sind schon bezogen. Insgesamt sollen dort mehr als 1700 Wohnungen entstehen. Ein Besuch auf der Baustelle.

Blick auf einen Teil der Baustelle Nördliches Ringgebiet.

Foto: Florian Kleinschmidt / Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Blick auf einen Teil der Baustelle Nördliches Ringgebiet.

Ende 2015 wurde der erste Spatenstich im Nördlichen Ringgebiet gefeiert. Inzwischen sind die ersten Bewohner eingezogen – inmitten einer riesigen Baustelle. Was hier am ehemaligen Nordbahnhof entsteht, ist ein neuer Stadtteil. Insgesamt werden mehr als 1700 Wohnungen errichtet, direkt am Ringgleis, nah der Innenstadt.

1.700 Wohnungen sollen am Nördlichen Ringgebiet entstehen

Ende 2015 wurde der erste Spatenstich im Nördlichen Ringgebiet gefeiert. Inzwischen sind die ersten Bewohner eingezogen - inmitten einer riesigen Baustelle. Video: Cornelia Steinert
1700 Wohnungen sollen am Nördlichen Ringgebiet entstehen

Allein 1200 Wohnungen sollen es zwischen Mittelweg und Bienroder Weg werden: Bislang bauen dort die städtische Nibelungen Wohnbau GmbH (Niwo), die Baugenossenschaft Wiederaufbau, die Braunschweiger Baugenossenschaft BBG und die Watu GmbH. Gleich nebenan auf der anderen Seite des Mittelwegs kommen weitere 300 Wohnungen und 240 Studentenappartements auf dem ehemaligen Gelände des Pressehauses hinzu; Investor ist die Staake GmbH.

20 Prozent sozialer Wohnungsbau

Am Mittwoch hatten die Stadtverwaltung und die Niwo zu einem Rundgang über die Baustelle eingeladen. Wir starten in den „Lichtwerk-Höfen“ im nördlichen Bereich. In diesem Ensemble baut die Niwo 174 Mietwohnungen; es gab fast 470 Interessenten. 20 Prozent der Wohnungen werden als sozialer Wohnungsbau errichtet und zu einem Quadratmeterpreis von 5,60 Euro beziehungsweise 7 Euro vermietet. Die Mieten der anderen Wohnungen variieren, beginnen aber unter 10 Euro, wie Geschäftsführerin Maren Sommer-Frohms betont. Im Erdgeschoss der „Lichtwerk-Höfe“ wird eine Kita mit fünf Gruppen untergebracht; sie soll im August 2019 starten. Weiter geht es in den Innenhof – hier stehen noch Bäume, die aufwendig erhalten wurden, so Frohms. Dann steigen wir hinab in die Tiefgarage. Das Besondere: Es wird nicht für jede Wohnung einen Stellplatz geben, sondern nur für 80 Prozent. Allerdings sind 600 Fahrradstellplätze vorgesehen – für 174 Wohnungen.

„Wir haben hier eine sehr gute Rad-Anbindung an die Innenstadt, eine Buslinie, und wir richten Carsharing sowie E-Ladestationen ein“, sagt Niwo-Geschäftsführer Torsten Voß. „Der Trend geht weg vom eigenen PKW, zumindest weg vom Zweit-PKW.“ Außerdem könnte eines Tages fast vor der Haustür auch die Stadtbahn fahren.

Der zweite Bauabschnitt startet 2019

Wir kommen wieder heraus aus der Tiefe, gehen ein paar Meter weiter zum Wohnkomplex „Stadtanger“. Hier baut die Niwo rund 30 Eigentumswohnungen. Jetzt heißt es: Hinauf ins Obergeschoss – von der Dachterrasse aus sind die Dimensionen des gesamten Quartiers zu erkennen. Bislang wird nur am ersten Bauabschnitt gearbeitet: 500 Wohnungen. Der zweite Bauabschnitt schließt sich südlich an bis zum Ringgleis; die Erschließung soll im nächsten Jahr beginnen. Auch dort sind 500 Wohnungen geplant. Und dann soll ein dritter Bauabschnitt mit 200 Wohnungen folgen, allerdings müssen dafür zunächst noch die Eigentumsverhältnisse geklärt werden. Nur wenige Meter weiter ist der Komplex der Watu GmbH zu sehen, wo bereits einige Eigentumswohnungen bezogen sind.

Was die Stadt auch schon im Blick hat, ist das Campusgelände der TU am Bienroder Weg mitsamt den angrenzenden Flächen im Bereich der Ottenroder Straße. Wie Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer erläutert, soll mit der Uni ein Konzept entwickelt werden – zum Beispiel für einen Mix aus studentischem Wohnen und Arbeiten. Gemeinsam mit den dortigen Anliegern wolle man prüfen, was umsetzbar sei.

Bau der Stadtstraße verzögert sich

Offen ist , wann der Bau der 1,4 Kilometer langen Stadtstraße Nord beginnt – ursprünglich sollte es im Juni losgehen. Sie soll die Hamburger Straße mit dem Bienroder Weg verbinden und die neuen Quartiere erschließen. Allerdings liegen beim Verwaltungsgericht drei Klagen vor, unter anderem vom Bund für Umwelt und Naturschutz, der die Straße als überdimensioniert kritisiert. Dem Gericht zufolge laufen Gespräche über eine Einigung.

Der Artikel wurde aktualisiert.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder