Ex-Voigtländer-Gelände soll von Altlasten befreit werden

Braunschweig  Beginn soll 2019 sein. Im Zuge der Arbeiten wird Real den Supermarkt an der Berliner Straße modernisieren.

Unzählige Fotokameras und Objektive wurden einst im Voigtländer-Werk in Gliesmarode hergestellt. Zu Spitzenzeiten waren dort mehr als 3000 Menschen beschäftigt. 1972 machte das Werk dicht, und noch immer stecken Schadstoffe im Boden des früheren Firmengeländes entlang der Berliner Straße. Es ist eine der größten Altlasten in Braunschweig.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden bereits mehr als 3,5 Tonnen Lösemittel aus dem Untergrund geholt. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, sollen nun die letzten Schadensherde beseitigt werden. Es handele sich um leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW). Betroffen ist vor allem eine Fläche unter dem Real-Markt, außerdem gibt es nördlich davon noch einen belasteten Bereich. Der Eigentümer und die Stadt wollen sich die Sanierungskosten von fünf Millionen Euro teilen.

Zu möglichen Risiken aufgrund der Altlasten sagt die Verwaltung: „Menschen beziehungsweise die Gesundheit sind gegenwärtig nicht gefährdet.“ Das Grundwasser aus dem Bereich werde nicht genutzt.

Die Sanierung soll 2019 beginnen: Erstens wird auf dem Parkplatz Boden ausgehoben, so dass ein erheblicher Teil der Altlast sofort verschwindet. Zweitens wird belastete Bodenluft unter dem Markt abgesaugt und gereinigt (maximal fünf Jahre). Und drittens wird Grundwasser zutage gefördert und gereinigt wieder eingeleitet (maximal 15 Jahre).

„Der Rückgang der Schadstoffbelastung im Grundwasser wird auch nach Ende der Sanierung weiter beobachtet“, so die Stadtverwaltung. „Eine Beseitigung der Schadstoffe ist nur dort möglich, wo sie noch erreichbar sind und nicht dort, wo sie sich unter Gebäuden unzugänglich in bindigen Bodenschichten angereichert haben.“ Schon jetzt gebe es bei der Grundwasserbelastung Anhaltspunkte für eine Besserung: Proben deuteten darauf hin, dass die Mikroben aus früheren biologischen Verfahren weiter tätig waren und sich die Verunreinigung somit weiter abbaue.

Ob die Sanierung wie von der Stadt vorgeschlagen stattfinden kann, muss die Politik bis Anfang Juni entscheiden. Ein sicherer Betrieb des Real-Marktes während der Sanierung sei jederzeit gewährleistet, heißt es. Zudem soll der Supermarkt voraussichtlich ab 2019 modernisiert werden. Wie Real-Pressesprecher Frank Grüneisen auf Anfrage mitteilte, steht der genaue Zeitplan noch nicht fest. Der Umbau sehe unter anderem vor, Stände mit frischen Produkten zu integrieren – ähnlich wie auf einem Wochenmarkt. Außerdem soll durch eine Konzentration auf die wichtigsten Nonfood-Produkte mehr Platz für Lebensmittel entstehen.

„Im Zeitraum der Umbauarbeiten ist es nicht möglich, die Konzessionärsfläche in der Vorkassenzone zu betreiben“, sagt Grüneisen. „Aus diesem Grunde wurde den Mietern mit weitem Vorlauf gekündigt, so dass sie sich rechtzeitig um Alternativlösungen bemühen können.“ Weitere Details zum Umbau könne er zurzeit nicht nennen, weil das Projekt noch geplant werde.

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