Kreisverkehr am Rudolfplatz?

Braunschweig  Das würde den Verkehrsfluss verbessern und damit Staus und Abgase verringern, findet ein Leser. Außerdem sollte der Platz verschönert werden, rät er.

Viele Autofahrer finden die Verkehrsführung am Rudolfplatz unübersichtlich.

Viele Autofahrer finden die Verkehrsführung am Rudolfplatz unübersichtlich.

Foto: Florian Kleinschmidt/BestPixels.de

Ein Leser schreibt auf unserem Internetportal Idee38:

„Um den Verkehrsfluss am Rudolfplatz zu verbessern, sollte dort ein Kreisverkehr eingerichtet werden. Damit reduziert sich die Wartezeit, und somit sinken die Emissionen der Fahrzeuge an den vielen Ampeln.“

Der Rudolfplatz gehört nicht gerade zu Braunschweigs schönsten Plätzen. Ein Verkehrsknoten, der täglich von einigen Zehntausend Autos passiert wird. Zu den Stoßzeiten ist rundherum Geduld gefragt, außerdem hat die Verkehrsführung es in sich. Ein Blick in die Polizeistatistik zeigt, dass es dort von 2014 bis 2016 insgesamt 87 Unfälle gegeben hat – an der Einmündung zur Goslarschen Straße waren es 42, im Bereich zur Hildesheimer Straße 18 und zum Neustadtring 27 Unfälle.

Auf unserem neuen Internetportal Idee38 regt nun ein Leser an, am Rudolfplatz einen Kreisverkehr einzurichten. Dabei denkt er nicht in erster Linie an mehr Sicherheit und eine Verringerung der Unfallzahlen. Stattdessen ist er vor allem der Meinung, dass ein Kreisverkehr dort Staus verringern könnte. Die Folge: entspanntere Autofahrer und bessere Luft. Außerdem findet der Leser: „In der Mitte wäre ein attraktiver Springbrunnen ein zusätzliches Highlight und würde den Stadtteil aufwerten. Das Eingangstor nach Braunschweig würde damit attraktiver.“

Was ist von der Idee zu halten? Grundsätzlich wartet der Rudolfplatz schon lange auf eine Sanierung. Rein theoretisch könnte man in diesem Zuge also einen Kreisverkehr einrichten. Aber würde die Fläche dafür überhaupt reichen? Und würde ein Kreisverkehr bei der dortigen Menge an Kraftfahrzeugen tatsächlich den Verkehrsfluss verbessern? Immerhin müssen auch Fußgänger und Radfahrer berücksichtigt werden. Und ließe sich die Zahl der Unfälle verringern?

Fragen, auf die zurzeit niemand erschöpfende Antworten hat. Polizeisprecher Stefan Weinmeister sagt: „Ganz grundsätzlich wirken sich Kreisverkehre positiv auf die Unfallzahlen aus, vor allem außerorts. Ob das auch für den Rudolfplatz gelten könnte, müsste man konkret prüfen.“

Bei der Stadtverwaltung heißt es auf Anfrage: „Theoretisch sind für den Rudolfplatz verschiedene Verkehrsführungen denkbar. Welche Variante sich am besten eignet, kann derzeit noch nicht gesagt werden.“

Der Grund liegt auf der Hand: Wenn die Stadtbahn künftig nach Lehndorf und ins Kanzlerfeld fahren soll, muss die Trasse über den Rudolfplatz führen. Und solange es dazu keine Detailplanungen und politischen Beschlüsse gibt, bleibt die Zukunft des Rudolfplatzes im Vagen.

Der Rat hat im Februar dieses Jahres grundsätzlich grünes Licht für die Planung der sechs zusätzlichen Trassen gegeben, die nach Vorstellung der Stadtverwaltung bis 2030 entstehen sollen. Die Strecke nach Lehndorf ist als letzte vorgesehen. Das heißt: Es werden noch etliche Jahre vergehen, bis feststeht, ob und wie die Stadtbahn einst über den Rudolfplatz fahren wird. Die Verwaltung betont dazu lediglich: „Grundsätzliches Ziel ist es, die neuen verkehrlichen Anforderungen mit einer hochwertigen Gestaltung des Rudolfplatzes in Einklang zu bringen.“

Er soll also hübscher werden. Aber wie? Ideen dazu hatte die Gruppe MoveBS (Aktionsbündnis zur Verbesserung von Mobilität und Verkehr in Braunschweig) schon vor einiger Zeit vorgestellt – mit Blick auf den Ausbau der Stadtbahn: Demnach könnte der Rudolfplatz im Südbereich mit Bäumen, Bänken und einem Straßencafé aufgewertet werden. Die komplizierte Führung des Verkehrs sollte laut MoveBS vereinfacht werden, und eine neue Umsteigestation für Bus und Bahn könnte entstehen.

Das würde bedeuten: kein Kreisverkehr, aber mehr Durchblick und mehr Ambiente.

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