Eine „Badestelle“ an der Schunter?

Braunschweig  Der Querumer Heimatpfleger Thorsten Wendt fände das richtig toll und sucht nun Unterstützer für seine Idee.

Unser Leser Thorsten Wendt schreibt auf unserem Portal Idee38:

In Querum würden sich viele Menschen freuen, wenn es an der Schunter eine kleine „Badestelle“ gäbe.

Zum Thema recherchierte Cornelia Steiner

Auf fast 60 Kilometern fließt die Schunter vom Elm bis zur Oker. Bei Hondelage kommt sie auf Braunschweiger Gebiet, in Harxbüttel verlässt sie die Stadt. Jahrzehntelang ging es ihr gar nicht gut. Man hatte sie an vielen Stellen begradigt, an ihren Ufern wuchs kaum noch etwas, das Wasser war sehr stark verschmutzt, die Fische starben. Inzwischen sieht es anders aus: Der Fluss darf sich wieder durch Auen schlängeln, Tiere und Pflanzen kehren zurück, das Wasser erholt sich – vor kurzem hat die Stadt sogar das Badeverbot wegen schlechter Wasserqualität aufgehoben. Aus Sicht von Thorsten Wendt gibt es also genügend Gründe, den Menschen die Schunter noch näher zu bringen. Auf unserem neuen Internetportal Idee38 veröffentlichte der Querumer Heimatpfleger kürzlich den Vorschlag, an der Schunter eine Art „Badestelle“ einzurichten. Was ihm konkret vorschwebt? „Nichts Großes. Keine offizielle Badestelle, denn dann müsste die Stadt sich ja zum Beispiel um die Aufsicht kümmern“, erläutert Wendt. Er denke eher an eine Sandstelle, ähnlich einer Furt. „Man bräuchte etwas Kies und ein paar größere Steine und müsste einen seichten Bereich schaffen, so dass man einfach mal reingehen kann.“

Und wo? Auf einer städtischen Fläche – vielleicht unterhalb des Wöhrdenwegs, überlegt er. In der Nähe gab es früher übrigens eine echte Badeanstalt: das Germaniabad, 1908 erbaut. Das Wasser kam aus der Schunter und wurde auch wieder dorthin abgeleitet. Aber nur bis 1952 – dann musste der Badebetrieb wegen der schlechten Wasserqualität eingestellt werden.

„Jetzt, wo die Wasserqualität es hergibt, ist der ideale Zeitpunkt, um so etwas wie eine Badestelle einzurichten“, sagt Wendt. Er kann sich vorstellen, dass vielleicht eine Finanzierung über die Bingo-Umweltstiftung möglich wäre. Die Stiftung fördert unter anderem Projekte, die den Erholungswert von Natur und Landschaft verbessern, die Rückzugsräume in dicht bebauten Gebieten schaffen und die der Naturschutzinformation dienen. Genau daran denkt Wendt: Er wolle keinen Strandbad-Rummel, sondern Natur zum Anfassen, sagt er – und das insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Schunter vor einigen Jahren bei Hondelage und Dibbesdorf aufwendig renaturiert wurde. „Es lohnt sich, das zu erleben.“

Und was sagt die Stadtverwaltung zu all dem? „Seitens der Verwaltung besteht auf absehbare Zeit keine Absicht, eine Badestelle an der Schunter einzurichten“, teilt Pressesprecherin Juliane Meinecke mit. Als Begründung führt sie an, dass jeder, der aktiv den Badebetrieb fördere, die Pflicht zur Kontrolle, Unterhaltung und Aufsicht habe. Die Rechtsprechung sei in dieser Hinsicht strenger geworden. Die Verwaltung sei daher sehr zurückhaltend mit baulichen oder anderen Maßnahmen, die quasi aktiv zum Baden einladen.

Es ist insgesamt ein heikles Thema. Am Heidbergsee gibt es zum Beispiel einen Sandstrand und an einigen Stellen weisen Schilder daraufhin, dass das Baden auf eigene Gefahr erfolgt – an anderen Stellen ist es ausdrücklich verboten. Auch am Bienroder See ist es nicht erlaubt.

Zurück zur Schunter: Laut Stadtsprecherin Juliane Meinecke sollte die Renaturierung in erster Linie der ökologischen Aufwertung des Gewässers dienen, was auch gelungen sei: „Besucher des Gebietes werden an etlichen Stellen eingeladen, an den Schunterlauf zu treten und das Gewässer und die Renaturierungsprozesse zu beobachten, womit auch eine besondere Erlebnisqualität verbunden ist.“

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