Schülerstreik in der Sophienstraße

Braunschweig  Die Hauptschüler wollen auf ihre missliche Lage aufmerksam machen: Seit etlichen Wochen klagen Lehrer und Schüler über gesundheitliche Beschwerden.

Die Hauptschule Sophienstraße wird seit zwei Jahren rundum saniert. Archivfoto

Die Hauptschule Sophienstraße wird seit zwei Jahren rundum saniert. Archivfoto

Die Klassensprecher an der Hauptschule Sophienstraße haben am Mittwoch mehrheitlich beschlossen, ab Donnerstag in einen „Streik“ zu treten. Der Klassensprecher einer neunten Klasse sagte unserer Redaktion: „Wir haben alle Schüler dazu aufgerufen, in den nächsten Tagen nicht in die Schule zu gehen. Wir wollen damit auf die gesundheitlichen Belastungen hinweisen, denen wir ausgesetzt sind.“

Seit Ende September leiden viele Lehrer und Schüler in der Sophienstraße unter Kopfschmerzen, brennenden Augen und Hautausschlag (wir berichteten). Sie vermuten, dass diese Beschwerden im Zusammenhang mit Sanierungsarbeiten an der Schule stehen. Die Stadt als Schulträger hatte nach Bekanntwerden der Beschwerden die Raumluft untersuchen lassen. Mitte November waren zwei Unterrichtsräume gesperrt worden, weil erhöhte Werte gemessen worden waren – wobei diese nicht im gesundheitsschädlichen Bereich lagen.

„In der Zwischenzeit hat es regelmäßige zusätzliche Lüftungen und auch Reinigungen aller Räume gegeben. Vier Messungen haben ergeben, dass die erhöhten Werte kontinuierlich zurückgegangen sind. Eine Gutachterin hat die Freigabe der Räume am 23. November empfohlen“, teilte die Verwaltung am späten Nachmittag auf Anfrage mit.

Die Situation aber habe sich nicht verbessert, sagt der 15-jährige Schüler: „Unser Schulleiter hat uns darauf hingewiesen, dass es sich um unentschuldigte Fehltage handelt, wenn wir nicht in die Schule kommen. Aber wir wissen uns nicht mehr anders zu helfen – wir haben das Gefühl, niemand kümmert sich.“

In den Räumen, in denen zuletzt saniert wurde, sei eine alternative Wandfarbe ohne Konservierungsmittel verwendet und die Lackierarbeiten an den Heizkörpern, Türen und Fenster sowie das Aufarbeiten der Parkettböden verschoben worden, um eine Luftbelastung weitestgehend zu minimieren, heißt es aus der Verwaltung. Man werde das Thema bei den ausstehenden Sanierungsarbeiten weiter im Blick haben und bei anhaltenden Auffälligkeiten erneute Messungen veranlassen.

Der Text wurde aktualisiert

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Leserkommentare (5)