Georg-Eckert-Institut baut eine neue Bibliothek

Braunschweig  13 Millionen Euro wird die Erweiterung an der Freisestraße kosten. Im nächsten Jahr sollen die Arbeiten beginnen.

Die Villa von Bülow des Georg-Eckert-Instituts wird einen Übergang zur neuen Bibliothek erhalten.

Die Villa von Bülow des Georg-Eckert-Instituts wird einen Übergang zur neuen Bibliothek erhalten.

Foto: Georg-Eckert-Institut

Das Georg-Eckert-Institut macht seine Hausaufgaben und sorgt an der Freisestraße für bessere Arbeitsbedingungen. Für 13 Millionen Euro wird umgebaut. Dabei entsteht auch eine ganz neue Bibliothek.

Das Georg-Eckert-Institut (GEI) gilt als Speerspitze der geisteswissenschaftlichen Forschung der Region. 2011 wurde es von der renommierten Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen. Es ist Gastgeber für Wissenschaftler aus aller Welt und organisiert vielfältige internationale Veranstaltungen und Kongresse.

Doch umsonst gibt es nichts: Wie GEI-Direktor Eckardt Fuchs am Donnerstag berichtete, machte die Leibniz-Gemeinschaft bei der Aufnahme zur Auflage, dass sich die Arbeitsbedingungen der Forscher verbessern. Die sind nämlich nicht nur an der Freisestraße vertreten, sondern auch an weiteren Standorten in Braunschweig. Um das zu ändern, so Kulturdezernentin Anja Hesse, sei sogar eine große Lösung ins Auge gefasst worden: Komplett-Umzug zum Campus Nord der TU. „Doch was sollen dort Schulbuch-Forscher?“

Und so erfolgt nun die Erweiterung des Standorts Freisestraße. Es herrscht ein gewisser Zeitdruck. Denn bereits in der nächsten Woche reisen Vertreter der Leibniz-Gemeinschaft erneut an und wollen prüfen: Ist das GEI würdig, weiterhin der Leibniz-Gemeinschaft anzugehören? Sollten alte Auflagen nicht erfüllt sein, macht sich das auf keinen Fall gut. Zumindest die Pläne für eine bessere Zukunft will das GEI nun aber vorlegen. Verbunden mit dem Versprechen: Bis zum Jahr 2019 ist aus dem Plan Realität geworden. Geplant ist Folgendes: Das Untergeschoss der Villa von Bülow wird geräumt und entkernt, damit ein Saal für Veranstaltungen entsteht. Die Leitung des Instituts verbleibt im Obergeschoss. Außerdem wird der Eingang zur Villa von der Freisestraße an die Celler Straße verlegt.

Alle Bücher des Instituts, auch die aus der Villa, werden eine neue Heimat in einer neuen Bibliothek finden, die entlang der Freisestraße gebaut wird. Dort befinden sich momentan Parkplatz und Bäume. Stadtplanerin Alexandra Schäfer versprach, dass die wertvollsten Bäume erhalten bleiben. Die Zahl der Bäume, die gefällt werden müssen, steht zurzeit noch nicht fest.

Büros und Räume für Gastwissenschaftler werden im ehemaligen Schwesternheim untergebracht. Das Gebäude wird saniert. Auch eine neue Fassade ist vorgesehen. Die Zahl der Mitarbeiter am Standort wird von heute 50 auf 120 und später auf 150 steigen. Die Zahl der Parkplätze erhöht sich von heute 22 auf später 26. „Mehr als 26 Parkplätze benötigen wir nicht. Fast alle Mitarbeiter kommen mit dem Rad“, sagt Fuchs. Zumal Gastwissenschaftler mit der Bahn oder dem Flugzeug anreisen.

Fester Bestandteil der Planung ist auch, dass Übergänge die Bibliothek mit Villa und Schwesternheim verbinden. Im Umfeld des Instituts wird das kritisiert: Die Planung nehme nicht genug Rücksicht auf die Villa, die als Prunkstück klassizistischer Baukunst in Braunschweig gilt.

Der Übergang zur Villa wird etwa eine Länge von vier Metern haben. Kulturdezernentin Hesse sagte: „Wie der Übergang genau aussieht, steht noch nicht fest. Er soll so wenig wie möglich auffallen.“ Einen städtebaulichen Wettbewerb für die Bibliothek hat es nicht gegeben. Ein erster Entwurf des Staatlichen Baumanagements sei jedoch verworfen worden, so Hesse.

An einem Rahmenplan konnten sich die Planer nicht orientieren. Der existiert nicht. Wie Hesse sagte, habe sie zwar Gespräche mit dem Land geführt, weil die benachbarte Untersuchungshaftanstalt Rennelberg vor der Schließung steht. „Das Problem ist: Das Land kann nicht genau sagen, wann der Rennelberg geschlossen wird.“

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