Die Wilhelm-Bracke- Gesamtschule gehört zu den Besten

Braunschweig  Die IGS Weststadt hat den Deutschen Schulpreis knapp verfehlt. Schüler und Lehrer tragen das mit Fassung – immerhin gehört ihre Schule zu den besten.

Es hat nicht ganz gereicht: Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises am Freitag in Berlin ist die Wilhelm-Bracke-Gesamtschule aus der Weststadt leer ausgegangen. Der mit 100 000 Euro dotierte Hauptpreis ging an die Anne-Frank-Realschule in München, eine Mädchenschule. Überreicht wurde die Auszeichnung von Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Dieser hatte eingangs noch betont, wie wichtig insbesondere auch die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund sei: „Jeder, der das Zeug hat, muss unabhängig von Herkunft und Geschlecht die Chance haben, seinen Weg zu gehen.“ Nur so könne Deutschland wettbewerbsfähig bleiben. Klar, dass bei diesen Worten die Hoffnung auf einen Preis in Braunschweig wuchs: Integration und Inklusion, da ist die IGS West ganz stark.

Rund 1400 Schüler und Lehrer schauten sich am Freitagvormittag die Live-Übertragung der Verleihung in der Wilhelm-Bracke-Schule an. Gut eine Stunde wurden Schüler und Lehrer auf die Folter gespannt. Großer Jubel brach aus, als der Trailer kam, der die Wilhelm-Bracke-Schule vorstellte. Eine La-Ola-Welle jagte die nächste.

Doch als eine Auszeichnung nach der anderen vergeben wurde, nach Hamburg, Frankfurt und sonstwohin, aber eben nicht nach Braunschweig – da machte sich unter den Schülern langsam Enttäuschung breit.

Der letzte Funken Hoffnung starb, als der Hauptpreis, der zum krönenden Abschluss vergeben wurde, nach Bayern ging. Da ließen doch einige die Köpfe hängen. Aber nur kurz, denn als Verlierer fühlte sich eigentlich niemand. „Es ist ein tolles Gefühl, unter die besten Schulen Deutschlands gekommen zu sein“, meint Lehrerin Dorothea Peter. Was ihre Schule auszeichnet? Da muss die 35-Jährige nicht lange überlegen: „Das unkomplizierte Miteinander, die sehr nette Schüleratmosphäre und die vielseitigen Projekte.“

„Dabeisein war alles“, findet auch Lehrer Falk Disterheft. Und seine Kollegin Eva-Maria Karras-Friese gibt zu: „Klar sind wir etwas enttäuscht. Aber es ist doch toll, so weit gekommen zu sein.“ Für den Schulpreis waren 15 Schulen aus dem gesamten Bundesgebiet nominiert. „Hier sitzen die Besten der Besten“, so hatte es einer der TV-Moderatoren formuliert. In den vergangenen Jahren war der Deutsche Schulpreis bereits zweimal nach Braunschweig gegangen: 2006 an die Gesamtschule Franzsches Feld, 2013 an die Grundschule Comeniusstraße.

Schulleiter Franz Rollinger, der mit einer kleinen Delegation zur Preisverleihung nach Berlin gefahren war, sagte: „Wir gehen hier nicht mit Gram raus. Wir sind selbstbewusst und wissen, dass wir viel gute Arbeit leisten.“ Und zur Entscheidung der Jury: „Einiges kann ich nachvollziehen, anderes nicht. Das bleibt das Geheimnis der Jury, die hinter verschlossenen Türen verhandelt.“ Dem Image der Schule, gegen die wie gegen den gesamten Stadtteil viele Vorurteile bestünden, habe die Nominierung auf jeden Fall gut getan, ist sich Rollinger sicher.

Die Schüler jedenfalls waren schnell wieder guter Dinge: Unter ihnen hatte sich die Nachricht rumgesprochen, dass es auf dem Schulhof Gratis-Eis für alle gab...

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