Was wird aus den Kassenhäusern?

Braunschweig  Eintracht-Fans möchten die historischen Kartenverkaufsstellen retten.

Dieses Transparent hielten Fans beim Heimspiel gegen Freiburg in die Fernsehkameras.

Dieses Transparent hielten Fans beim Heimspiel gegen Freiburg in die Fernsehkameras.

Foto: Norbert Jonscher

„Tradition bewahren – Kassenhaus nicht abreißen“. Ein Transparent mit dieser Aufschrift hielten Südkurven-Fans beim Heimspiel gegen Freiburg in die Fernsehkameras. Eine spontane Aktion? Selbst der Leiter des Fan-Projekts, Karsten König, wusste nichts von einer solchen Initiative.

Sein Vorschlag: Man könnte die Häuschen ja vielleicht wirklich stehen lassen – und eine Art Schaukasten daraus machen.

Die Kassenhäuschen vorm Stadion – sie haben Siege und Niederlagen, fußballerische Aufs und Abs unserer Eintracht erlebt. Hier holten die Fans ihre Karten, als es das Internet noch nicht gab, der Vorverkauf bei Jürgen Otto Brandes stattfand und der Stadionsprecher bekanntgab: „Wenn jetzt der Lechler Gong ertönt, ist es 15.20 Uhr.“ Und dann diese legendären Werbedurchsagen wie: „Hast du einen Schuhkauf vor / geh’ zu Bartels junior...“ Oder: „Ist’s die Brille, geh‘ zu Wille.“ – „Achtung, wer vermisst seinen Schlüssel? Der Schlüssel zum sportlichen Erfolg ist eine Spochtausrüstung von...“

Doch zurück zu den Kassenhäuschen. Seit das neue, zentrale Kassenhaus auf dem Stadion-Vorplatz in Betrieb ging, sitzen in ihnen keine Kartenverkäufer mehr, im Winter mit kalten Füßen. Den Häuschen steht eine unsichere Zukunft bevor.

Stadtbaurat Heinz-Georg Leuer teilt mit: „Die Kassenhäuschen werden in den nächsten Tagen abgebaut.“ Sie seien mit den Planungen zur Neugestaltung des Vorplatzes städtebaulich nicht vereinbar und würden die Pflasterung des Platzes behindern. „Eine Funktion haben sie nicht mehr. Auch sind sie baufällig und müssten aufwendig saniert werden.“

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