40 Anklagen erhoben: Fußball-Rowdys vor Gericht

Braunschweig  Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hat nach den Ausschreitungen in der Innenstadt nach dem letzten Eintracht-Spiel 40 Anklagen erhoben.

Nach dem Krawall auf der Neuen Straße am Rande der Eintracht-Aufstiegsfeier im Mai hat die Staatsanwaltschaft 40 Anklagen gegen mutmaßliche Randalierer erhoben.

Mit Aschenbechern, Biergläsern, Werbeaufstellern, Stühlen und Bistro-Tischen eines Straßencafés sollen die Männer Pfingstsonntag Polizisten angegriffen haben. 29 Einsatzkräfte wurden verletzt – manche schwer.

Am Montag müssen sich die ersten vier Heranwachsenden (19 und 20 Jahre) vor einem Jugendrichter des Braunschweiger Amtsgericht verantworten. Der in allen 40 Anklagen erhobene Vorwurf: schwerer Landfriedensbruch in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Steht im Jugendrecht noch der Erziehungsgedanke im Vordergrund, müssen die 36 angeklagten Erwachsenen im Alter zwischen 23 und 49 Jahren dagegen mit empfindlichen Sanktionen von mindestens sechsmonatigen Freiheitsstrafen rechnen.

Wie Birgit Seel, Sprecherin der Braunschweiger Staatsanwaltschaft, mitteilt, soll ihnen in Gruppen von vier bis fünf Angeklagten vor dem Amtsgericht der Prozess gemacht werden. Verhandlungstermine gebe es noch nicht.

Nach dem letzten Fußballspiel der Eintracht in der zweiten Bundesliga war es am 19. Mai in der Innenstadt zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen: Eine größere Gruppe Männer hatte den Ermittlungen zufolge Stühle und Tische herumgeworfen. Als die Polizei eintraf, richtete sich die Aggression gegen die anfangs noch ungeschützten Beamten.

Nur mit Helm ausgerüstet, mussten sie sich zunächst ans Ende der Straße zurückziehen, wurden aber von Gewalttätern verfolgt. Polizisten erlitten die Prellungen, Stauchungen und Hämatome. „Ohne ihre Schutzausrüstung, die sie dann überzogen, wären sie sicherlich noch schwerer verletzt worden“, verweist Birgit Seel auf die Gefährdung etwa durch Bistro-Tische. So soll ein 19-Jähriger mit einem fast zehn Kilo schweren gusseisernen Tischbein nach einem Beamten geworfen haben.

LANDFRIEDENSBRUCH

Schwerer Landfriedensbruch liegt vor, wenn Gewalttätigkeiten – unter Verwendung gefährlicher Werkzeuge – aus einer Menschenmenge heraus die öffentliche Sicherheit gefährden.

Das gemeinschaftliche Vorgehen führt dazu, dass sich alle Beschuldigten für die Verletzungen der Polizeibeamten und den Schaden verantworten müssen.

Überführt wurden die aus Braunschweig und Umgebung stammenden Gewalttäter laut Seel nach Auswertung von Kamera- und Handybildern.

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