TU-Team reist zum Finale nach Boston

Braunschweig  Beim Vorentscheid in Lyon erhielten die Biotechnologen bereits eine Goldmedaille.

Zum iGEM-Team der TU.

Zum iGEM-Team der TU.

Foto: privat

Aus einer Bierlaune heraus wurde die Idee geboren: Eigentlich müsste sich ein Team der TU Braunschweig am iGEM-Wettbewerb für Synthetische Biologie beteiligen... Ein Jahr harte Arbeit folgte – und nun stehen die TU-Studenten tatsächlich im Finale.

„Uns ist es gelungen, Bakterien zum friedlichen Zusammenleben zu zwingen.“
Tobias Unkauf, Doktorand an der TU und Betreuer des iGEM-Teams.

„Im ersten Jahr der Teilnahme die Einladung nach Boston zum Finale zu bekommen, ist ein sensationeller Erfolg für uns“, freut sich Tobias Unkauf. Er war dabei, als die Idee geboren wurde, und blickt zurück: „Wir mussten bei Null anfangen. Wir brauchten ein Labor, einen unterstützenden Professor, Leute für das Team, mussten das Geld für die Anmeldegebühr, Material und Geräte auftreiben.“ Und natürlich musste eine Idee her: Mit welchem Projekt kann man antreten gegen Teams von den besten Universitäten der Welt?

Viel Hirnschmalz und Engagement steckte also bereits drin in dem Projekt, als im April die eigentliche Arbeit im Labor begann. Unterstützt werden die Biotechnologen von der Ecki-Wohlgehagen-Stiftung und der Bürgerstiftung Braunschweig.

Die Idee, mit der die zwölf Studenten beim europäischen Vorentscheid in Lyon nicht nur überzeugten, sondern sogar eine Goldmedaille für ihre Arbeit erhielten: Sie stellten ein synergetisches System ähnlich einer natürlichen Symbiose mit drei verschiedenen Bakterienstämmen nach.

Für Nicht-Biologen umschreibt Tobias Unkauf, der das Team zusammen mit Jonas Zantow betreut, es so: Bei Prozessen wie der Abwasserreinigung oder Herstellung von Biopharmaka kommen verschiedene Bakterien in verschiedenen Arbeitsschritten zum Einsatz. Toll wäre es, die Bakterien gleichzeitig arbeiten zu lassen: „Das ist wie in einer WG: Einer ist faul, profitiert von den anderen. Das geht schief und irgendwann fliegt einer aus der WG.“ So oder ähnlich auch bei den Bakterien. Das TU-Team hat nun eine Möglichkeit gefunden, die Bakterien „zu einem friedlichen Zusammenleben, einer Symbiose, zu zwingen“, so Unkauf.

IGEM-WETTBEWERB

iGEM steht für „International Genetically Engineered Machine“ und ist ein internationaler Wettbewerb, der seit zehn Jahren am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston ausgetragen wird.

Beim Finale treten 74Teams aus Europa, Asien, Lateinamerika und Nordamerika gegeneinander an.

Derzeit verpassen die Studenten ihrer Präsentation noch den letzten Schliff. Anfang November ist das Finale in Boston.

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