Runder Tisch gegen Rechtsextreme

Braunschweig  Der Referent David Janzen nannte Beispiele für die zunehmenden Aktivitäten von Rechtsextremen im Westlichen Ringgebiet.

Rund 100 Zuhörer kamen in die Awo-Begegnungsstätte und hörten den Vortrag von David Janzen.

Rund 100 Zuhörer kamen in die Awo-Begegnungsstätte und hörten den Vortrag von David Janzen.

Foto: Thobaben

Es war schwül-warm in dem Raum in der Awo-Begegnungsstätte Frankfurter Straße. Rund 100 Interessierte waren am Donnerstagabend gekommen, um sich bei einer Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zum Thema Neonazis im Westlichen Ringgebiet zu informieren (wir berichteten). Ein Ergebnis: Für die Bewohner des Stadtteils wird künftig ein Runder Tisch eingerichtet, der dem Meinungsaustausch dienen soll.

Die Awo-Verantwortlichen hatten die Einrichtung trotz Sommerpause zur Verfügung gestellt und sogar Gratis-Getränke verteilt. Auch sie verfolgten den Vortrag des Sozialpädagogen und Fachjournalisten David Janzen.

Janzen führte Beispiele für die zunehmenden Aktivitäten von Rechtsextremen im Quartier auf. So hätten diese in den vergangenen Wochen rund um den Madamenweg Plakate und Aufkleber angebracht, teilweise um für rechtsextreme Veranstaltungen zu werben. Ende Juni hätten Neonazis eine Person in der Helenenstraße gejagt – ein Vorfall, der laut BZ-Informationen nicht polizeibekannt ist. Zudem hatten Neonazis eine Mahnwache vor der Hochschule für Bildende Künste angemeldet. Auf deren Sommerfest trat ein linksorientierter DJ auf.

Immer wieder verdeutlichte Janzen, wie sich Rechtsextreme aus unserer Region auf Facebook präsentieren – mal als Waffennarren, mal als kampfbereiter Mob.

Der Referent nannte die Neonazis auch beim Namen, zeigte Fotos von ihnen und informierte über deren Aktivitäten. Aus den gezeigten Fotos wurde ersichtlich: Ein einheitliches Erkennungsbild für Menschen rechtsextremer Gesinnung gibt es nicht mehr.

„Um das Jahr 2000 herum hat es hier ähnliche Vorfälle gegeben“, erläuterte Janzen. Rechtsextreme hätten damals ebenfalls Propagandamaterial verteilt. Zudem habe es eine Neonazi-WG am Frankfurter Platz gegeben.

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