Atommüll-Transport soll neu überprüft werden

Braunschweig  Der Rat fordert eine Nachuntersuchung, damit Anwohner in Geitelde und Stiddien größtmöglichen Schutz erhalten.

Der Rat der Stadt ist dem Beispiel der Stadt Salzgitter gefolgt und fordert vom Bundesumweltministerium, die Atommüll-Transporte zum geplanten Endlager Schacht Konrad neu zu untersuchen.

Dabei geht es auch um den Güterbahnhof Beddingen, der in Salzgitter liegt, doch Geitelde befindet sich rund 800 Meter entfernt, Stiddien sogar nur 300 Meter. Von dem Bahnhof aus sollen mehr als 200 000 Kubikmeter radioaktiver Abfall in den Schacht Konrad gefahren werden.

Wöchentlich sollen bis zu acht Züge mit jeweils zwei bis drei Waggons Atommüll eintreffen. 30 Jahre soll es dauern, bis das Endlager gefüllt ist. Weiterer Atommüll wird per Lastwagen zum Endlager gefahren. Auch über Braunschweigs Straßen.

Eine sogenannte Transport-Studie der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit hat die Risiken des Transports und eines Unfalls untersucht. Die Studie aus dem Jahr 2009 kam zum Ergebnis: Die potenzielle Strahlung werde unter den gesetzlichen Grenz- und Richtwerten liegen.

Doch nun liegen neue Erkenntnisse vor. Die Stadt Salzgitter hatte die Gutachter der Intac GmbH beauftragt, die Transportstudie zu überprüfen. Wobei die Intac-Gutachter feststellten, dass die vorliegende Transportstudie keine ausreichende Bewertung der Auswirkungen der Transporte zum geplanten Endlager Konrad ermöglicht. Denn: Die Folgen eines „maximal plausiblen Unfalls“ seien in der Transportstudie nicht aufgezeigt worden. Dazu bedürfe es einer ganz anderen, einer besonderen Untersuchungsmethodik, so BIBS-Ratsherr Wolfgang Büchs während der Begründung des Antrags. Das Bundesumweltministerium müsse eine neue Studie in Auftrag geben, damit die „maximale Sicherheit“ der Bevölkerung gewährleistet ist.

Eigentlich ein unkritischer Beschluss. Doch Oberbürgermeister Gert Hoffmann wollte nicht mitstimmen. BIBS-Anträge lese er grundsätzlich nicht, die Materie sei zu komplex und solche Appelle würden den Umweltminister ohnehin nicht erreichen und wirkungslos verpuffen.

Das ginge nicht, dass er keine BIBS-Anträge lese, das gehöre zu seinen Pflichten, rüffelte ihn Cornelia Rohse-Paul, Bürgermeisterin der Grünen. Sie solle lieber regelmäßig in den Verwaltungsausschuss kommen, rüffelte der Oberbürgermeister zurück und enthielt sich in der Abstimmung der Stimme.

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