„Vorkehrungen gegen Störfälle ausreichend“

Braunschweig  Nach dem Leserforum „Atommüll in Thune?!“ setzen wir den Abdruck der Antworten auf Leserfragen fort. Heute Antworten der Firma Eckert & Ziegler.

Das Firmenglände von Eckert & Ziegler (vorn) in Thune aus der Luft. Luftbild: Heitefuß / Pilot: Starke

Das Firmenglände von Eckert & Ziegler (vorn) in Thune aus der Luft. Luftbild: Heitefuß / Pilot: Starke

Die Fragen der Leser hat Vorstandsvorsitzender Andreas Eckert schriftlich beantwortet.

Wie lange nehmen Sie einen möglichen Störfall mit unabsehbaren gesundheitlichen Folgen für die direkten Anwohner weiterhin in Kauf?

Eckert & Ziegler nimmt weder für Mitarbeiter noch für Anwohner Störfälle in Kauf. Vielmehr sind die erforderlichen Maßnahmen zur Vermeidung von Störfällen getroffen worden. Die Aufsichtsbehörden haben demzufolge wiederholt bestätigt, dass die Vorkehrungen gegen mögliche Störfälle als ausreichend anzusehen sind. Durch ein Gutachten ist zudem nachgewiesen, dass eine etwaige Strahlenexposition in den für Eckert & Ziegler maßgeblichen Bereichen im Fall eines Störfalls die Störfallplanungswerte der Strahlenschutzverordnung deutlich unterschreiten würde.

Werden oder wurden seit Verhängung der Veränderungssperre auf dem Betriebsgelände von EZN durch Umbaumaßnahmen neue Flächen geschaffen, die eine quantitative Ausweitung des Umgangs mit oder der Lagerung von radioaktiven Stoffen ermöglichen?

Nein, das ist nicht der Fall.

Wieso ist die Strahlung am Zaun so hoch?

Die Strahlung am Zaun bewegt sich im Rahmen der gesetzlichen Grenzwerte und ist niedriger als an vielen öffentlichen Orten in Braunschweig. Dies hat das Gewerbeaufsichtsamt kürzlich noch einmal in dieser Zeitung bestätigt. Im Jahr 2011 wurden an der Grenze zu unserem Betriebsgelände ein Maximalwert von 0,4 mSv/Jahr und im Mittel 0,17 mSv/Jahr Personendosis gemessen, also nur ein Bruchteil des gesetzlichen Grenzwerts von 1 mSv/Jahr.

Zum Vergleich: Die durchschnittliche jährliche Gesamtexposition der Bevölkerung beträgt in Deutschland etwa 3,9 mSv. Dabei entfällt allein auf die natürliche Strahlenexposition eine effektive Dosis 2,1 mSv/Jahr. Zusätzlich gibt es eine nicht unbedeutende Strahlenexposition durch zivilisatorische Quellen (z.B. durch medizinische Behandlungen) in Höhe von etwa 1,8 mSv/Jahr.

Wieso hat man den Strahlungswert am Zaun des Firmengeländes gegenüber den üblichen Strahlungswertrichtlinien per anno so verändert, dass man sich praktisch nur rund 3 Monate am Zaum aufhalten kann? Was heißt das für Kinder und den Kindergarten bzw. für die Schule?

Wie das Gewerbeaufsichtsamt kürzlich in dieser Zeitung bestätigt hat, ist die 2000-Stunden-Regelung gesetzeskonform. Sie wird allgemein dann angewendet, wenn ein Daueraufenthalt von Personen direkt an der Grenze zum Betriebsgelände ausgeschlossen ist. Damit setzt sich die BISS mit ihrer Behauptung, dass die Grenzwerte künstlich heruntergerechnet werden, in Widerspruch zur gesetzlichen Regelung.

Mit jedem Meter Entfernung zum Zaun sinken die Messwerte signifikant. So lassen sich an den Messpunkten in der Harxbütteler Straße nur noch geringfügig oberhalb des Niveaus der natürlichen Hintergrundstrahlung liegende Werte messen. Die darüber liegenden Werte, die im Vergleich dazu am weiter entfernt gelegenen Lessing-Gymnasium festgestellt wurden, sind ausschließlich der natürlichen Strahlung des bei diesen Gebäuden eingesetzten Baumaterials zuzuordnen.

•Wird fortgesetzt

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