Keine Annäherung im Streit um Eckert & Ziegler

Braunschweig  Ergebnislos endete ein Treffen der Bürgerinitiative Strahlenschutz (BISS) mit Eckert & Ziegler, das für Annäherung im Atommüll-Streit sorgen sollte.

Auf Einladung des Bürgerforums Schunteraue-Kralenriede sprach Thomas Huk über die Sorgen der Anwohner in Thune.

Auf Einladung des Bürgerforums Schunteraue-Kralenriede sprach Thomas Huk über die Sorgen der Anwohner in Thune.

Foto: Peter Sierigk

In der Schuntersiedlung berichtete BISS-Sprecher Thomas Huk vom Treffen, das für eine Annäherung hätte sorgen können, aber für keine Annäherung sorgte. „Das Gespräch sollte 90 Minuten dauern, war jedoch nach 45 Minuten beendet. Unsere Forderungen, dass das Geschäft mit Atommüll in Thune aufgegeben wird, sich die Strahlung am Zaun des Geländes deutlich verringert und die Umgangsgenehmigung auf das Maß verringert wird, das Eckert & Ziegler tatsächlich benötigt, standen nicht zur Diskussion. Das Unternehmen ist nicht bereit, Abstriche zu machen.“

Es sind besonders die Umgangsgenehmigungen für radioaktives Material, die Besorgnis bei den Anwohnern auslösen. Huk sagt: „Als Firmenchef Andreas Eckert davon sprach, die Gesamtaktivität der 126 000 Fässer mit Assemüll sei Pipifax, da haben viele gelacht. Nun lacht niemand mehr. Denn die Genehmigungen von Eckert & Ziegler erlauben den Umgang mit der 300-fachen Menge. Der Assemüll ist somit wirklich nur Pipifax.“

Dass zudem Plutonium auf dem Betriebsgelände lagerte und lagert, habe jedoch die Situation komplett verändert: „Länger als ein Jahrzehnt lag und liegt es in Thune. Uns gegenüber hat man jedoch immer nur von radioaktiv belasteten Kitteln, Pflastern und Handschuhen aus Krankenhäusern gesprochen, die dort liegen.“ Die Immobilienpreise in Thune befänden sich mittlerweile im freien Fall: „Was nicht an Eckert & Ziegler liegt, sondern an uns. Wir machen zu viel Negativwerbung.“ Doch Schweigen und Hinnehmen werde man nicht.

Wie sollte man auch beruhigt sein, so Huk weiter, „wenn die Landesregierung auf Anfrage der Grünen jetzt mitteilt, bei einem unkontrollierten Brand auf dem Werksgelände müssten Kinder und Schwangere im Umkreis von 500 Metern Jodtabletten einnehmen“. In Thune habe das bislang niemand gewusst.

Die BIBS will nun das Thema im Rat behandelt wissen. Am Dienstag soll die Stadtverwaltung erläutern, was sie über Transport und Lagerung von Plutonium wusste.

Die Grünen gehen einen Schritt weiter und fordern, dass der Oberbürgermeister persönlich Position bezieht. Fraktionsvorsitzender Holger Herlitschke meint: „Es ist an der Zeit, dass Oberbürgermeister Hoffmann den Rat und den Bürger über den Sachstand in Kenntnis setzt und die weiteren Schritte der Verwaltung erläutert. Das ist Chefsache!“

Die Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage der Grünen zu Eckert & Ziegler finden Sie im Internet unter:

Hier ist der Link zur vollständigen Antwort!

Reden Sie mit: Muss Oberbürgermeister Hoffmann im Streit um Atommüll in Thune deutlicher werden?

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