"Kein Anstieg der Strahlenbelastung in vergangenen Jahren"

Braunschweig  Die Landesregierung sieht offenbar weder Sicherheitsmängel noch Risiken für die Bevölkerung bei der Braunschweiger Nuklearfirma Eckert & Ziegler.

Blick auf das Gelände von Eckert & Ziegler in Thune.

Blick auf das Gelände von Eckert & Ziegler in Thune.

Foto: Sierigk/Archiv

Das geht aus einer Antwort auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Landtag hervor. „Die Antworten sind teilweise eine Frechheit und ein neuer Beweis für die Politik der Intransparenz“, sagte dagegen die Landtagsabgeordnete Gabriele Heinen-Kljajic unserer Zeitung.

So habe die Gewerbeaufsicht Braunschweig das Risiko von Flugzeugabstürzen auf das Gelände nicht betrachtet. Messergebnisse des Landesbetriebs für Wasserwirtschaft und Naturschutz zur Umweltbelastung würden unter Verschluss gehalten. Unklar bleibe auch, wieso Eckert&Ziegler weit höhere Genehmigungen zum Umgang mit radioaktiven Stoffen habe als diese offiziell ausgeschöpft würden.

Dass Eckert&Ziegler die Strahlendosis für Personen am Zaun auf Basis von nur 2000 Stunden Aufenthalt berechnen dürfe, sei skandalös – normalerweise werde im Strahlenschutz ein Daueraufenthalt angenommen. Das Land hatte auf die „lückenlose Überwachung“ des Geländes verwiesen. „Das gilt ja wohl an kerntechnischen Anlagen auch“, so Heinen-Kljajjic.

„Die überwiegende Mehrheit radioaktiver Stoffe kann aufgrund der relativ kurzen Halbwertszeit der enthaltenen Radionuklide nach einer ca. dreijährigen Lagerung freigegeben und damit aus dem Regime des Strahlenschutzes entlassen werden“, heißt es in der Antwort. Es gebe keinen Anstieg der Strahlenbelastung in den vergangenen Jahren. Der Staatlichen Gewerbeaufsicht seien in den vergangenen zehn Jahren auch keine Unfälle oder Störfälle mit radioaktiven Stoffen bekanntgeworden.

Allerdings waren laut Bericht 2006 zwei Fläschchen mit geringer Menge Lösung verschwunden. Die Firma hatte dies an Gewerbeaufsicht und Verfassungsschutz gemeldet, die Staatsanwaltschaft ermittelte, stellte das Verfahren aber ein. Zur Frage, welche Firmen und Institutionen radioaktive Abfälle nach Braunschweig lieferten, heißt es: „Nach Angaben von EZN würde diese Liste mehrere tausend Ablieferer umfassen.“ Viele Abfälle werden offenbar auf Grundlage pauschaler Vereinbarungen mit anderen Bundesländern geliefert. Extra genehmigt wurde 2011 unter anderem eine Lieferung von „Eon/feste Abfälle/anorganisch“, Einzelheiten nennt die Tabelle nicht.

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