Preise für Flebbe-Haus und Kemenate

Niedersächsische Sparkassenstiftung unterstützt privates Engagement bei der Erhaltung von Baudenkmalen

Das Flebbe-Haus und die Jakob-Kemenate in Braunschweig gehören zu den 21 Denkmalen, welche die Niedersächsische Sparkassenstiftung ausgezeichnet hat. Eine Anerkennung privaten Engagements.

Das Flebbe-Haus am Bohlweg, von 1951 bis ’54 in zwei Abschnitten nach einem Entwurf von Friedrich Wilhelm Kraemer und Günther Pfennig errichtet, ist im Jahr 2007 saniert worden. Bauherr ist Unternehmer Friedrich Knapp, Architekt Prof. Karsten K. Krebs, Hannover.

Was das Flebbe-Haus betrifft, wurde in den Fünfzigern zum ersten Mal die aus den USA importierte Vorhangfassade (curtain-wall) aus nicht tragenden Elementen realisiert.

Städtischer Denkmalpfleger Udo Gebauhr gestern bei der Preisverleihung: "Spiegelnde Glasflächen, schlanke Sprossen, einfache Proportionen, rhythmische Reihung und Verzicht auf Farbigkeit: Das Flebbe–Haus ist von nobler Wirkung und zeitloser Eleganz."

Während der Sanierung wurden störende Veränderungen zurückgebaut. Die Stützen im Erdgeschoss erhielten wieder den Weißton von einst. Beim Einbau von Fensterflügeln wurde der ursprüngliche Rhythmus beachtet.

Dass ein denkmalgeschütztes Gebäude aus den Fünfzigern so aufwändig saniert wird, ist in Deutschland immer noch ein bemerkenswerter Vorgang. Beim Flebbe-Haus kam genau jene Hannoveraner Firma zum Einsatz, die die Fassade vor über 50 Jahren errichtet hatte.

Die Jakob-Kemenate am Eiermarkt, hinter der Jakobkapelle gelegen, ist zur Freude der Bauherrn, Karin und Jochen Prüsse, und der Architekten, Rainer Ottinger und Thomas Möhlendick (O. M.), bereits mehrfach aus gezeichnet worden. Erst kürzlich belegte beim Niedersächsischen Staatspreis die JakobKemenate zusammen mit Phaeno (Wolfsburg ) den 2. Platz.

Das Ehepaar Prüsse hatte nicht nur vor, das älteste nichtkirchliche Gebäude der Stadt zu erhalten, ehrgeizig planten und realisierten sie ein privates Kulturprojekt.

Bauforscher stellten fest: Die ältesten Teile der Kemenate stammen etwa von 1250. Im Jahr 1756 wurde hier die Herzogliche Leihhausanstalt eingerichtet, Vorgängerin der Braunschweigischen Staatsbank, welche schließlich in der Norddeutschen Landesbank aufging.

Historische Kemenate und die Erweiterung mit einer Fassade aus oxidierten Stahlplatten zitieren das historische Doppelhaus. Die Kemenate überlebte mit Kriegsschäden, das Vorderhaus wurde 1944 zerstört.

122 ehrenamtliche Mitarbeiter halten inzwischen mit ihrem Engagement den Kulturbetrieb aufrecht. Die Jakob-Kemenate: ein Ort der stillen Nachdenklichkeit.

Zu erwähnen ist ferner, dass nach den Plänen der Braunschweiger Architekten Uwe Kleineberg und Axel Pohl der 1906 errichtete Gasometer in Moringen umgebaut wurde. Auch dafür gab es den Denkmalpreis der Sparkassenstiftung. Das technische Baudenkmal erhielt eine Dauerausstellung zum Thema Energie und Umwelt.

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