Weißes Ross Erdboden gleichgemacht

Investor plant den Bau eines 5600 Quadratmeter großen Fachmarkt-Zentrums – Altlasten werden entsorgt

Als wenn eine Bombe eingeschlagen hätte: Das Weiße Ross wird in weiten Teilen abgerissen.   

Als wenn eine Bombe eingeschlagen hätte: Das Weiße Ross wird in weiten Teilen abgerissen.   

Foto: Norbert Jonscher

WESTLICHER RING. Abrissbagger haben das Weiße Ross, den nach einem 1642 erstmals erwähnten Wirtshaus benannten Stadtraum an der Celler Straße, in weiten Teilen dem Erdboden gleichgemacht. Nächstes Jahr soll dort ein Fachmarktzentrum entstehen.

Nach Jahrzehnten wird damit eine unschöne Kriegslücke geschlossen. Für die 2,2 Hektar große Fläche war seit längerem ein Investor gesucht worden. Die Wolf GmbH & Co Braunschweig Celler Straße KG plant nun den Bau eines repräsentativen Centers mit 5600 Quadratmetern Verkaufsfläche. Es soll den Namen "Weißes Ross" tragen.

Die Baugenehmigung stehe aber noch aus, erklärt ein Sprecher der Immobilien Treuhand Gesellschaft (ITG) in Düsseldorf, die mit der Planung und Projektsteuerung beauftragt wurde. Man gehe aber davon aus, dass diese bald erteilt werde.

Ende September hatte, wie berichtet, der Rat der Stadt einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Weiße Ross zugestimmt. Doch die Verwaltung hatte ganz bestimmte Vorstellungen, wie das Weiße Ross, das nordwestliche Eingangstor zur Innenstadt, künftig aussehen soll: auf jeden Fall städtebaulich viel ansprechender als bisher.

Was darunter im Detail zu verstehen sei, wurde in Gesprächen mit den Planern solange debattiert, bis ein Konsens über eine genehmigungsfähige Außengestaltung gefunden war. Als Plan liegt diese nun der Stadt zur Ansicht vor. Bevor der Neuaufbau beginnen kann, steht allerdings noch eine aufwendige Bodensanierung an. Drei Monate sind dafür veranschlagt. Zuletzt waren am Weißen Ross nur noch wenige kleinteilige Gewerbe betrieben worden. Durch Betriebsstilllegungen verfiel die Bebauung zusehends.

Zwei Spezialfirmen haben das Areal auf Altlasten untersucht und in enger Abstimmung mit dem städtischen Umweltamt einen Sanierungsplan aufgestellt. Fest steht: Der Rückbau der alten Tankstelle wird problematisch werden, da diese über unterirdische Tanks verfügt. Auch Grundwasserverunreinigungen seien festgestellt worden. "Und wir können nicht ausschließen, dass bei den Erdarbeiten noch die eine oder andere Überraschung auf uns wartet", erklärt ein Sprecher der Düsseldorfer Firma ITG.

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