Ringgleis ist "Leuchtturm-Projekt"

Bundesbauministerium zeichnet Stadt Braunschweig mit dem wichtigsten Preis für Stadtentwickler aus

Das Ringgleis am Westbahnhof – bei Radfahrern im Westen der Stadt höchst beliebt. Das Ringgleis beginnt im Eichtal und endet in der Gartenstadt.   

Das Ringgleis am Westbahnhof – bei Radfahrern im Westen der Stadt höchst beliebt. Das Ringgleis beginnt im Eichtal und endet in der Gartenstadt.   

Foto: Peter Sierigk

Braunschweig hat ein "Leuchtturm-Projekt" – das Ringgleis. Denn genau so bezeichnet das Bundesbauministerium die Umwandlung des alten Industriegleises in einen Fuß- und Radweg.

In Berlin wurde darum die Stadt Braunschweig ausgezeichnet. Das Ringgleis – ein innovativer Ansatz und vorbildlicher Beitrag nationaler Stadtentwicklungspolitik. Das Ringgleis-Konzept ist aufgenommen worden in die Schriftreihe des Bauministeriums, in der gute Beispiele der Verbesserung von städtischen Quartieren dargestellt werden. Dies ist Deutschlands höchste Form der Anerkennung für die Arbeit von kommunalen Stadtentwicklern.

Das Ringgleis, es steht nun auf einer Stufe mit Braunschweigs einst ebenso prämierten innerstädtischen Baugebiet St. Leonhards Garten.

Gewürdigt wurde allerdings nicht nur, so das Ministerium, die beispielhafte Verknüpfung von Stadt-, Verkehrs- und Freiraumplanung im Westlichen Ringgebiet. Als Besonderheit wird hervorgehoben: "Der Anstoß zur Umwandlung wurde von einer Bürgerinitiative gegeben und durch die Stadt Braunschweig aufgegriffen. Das Projekt strahlt als Identität stiftendes Leuchtturm-Projekt auf das gesamte Soziale-Stadt-Gebiet aus."

Das Engagement des Vereins Braunschweiger Forum, das einst den Ankauf des Industriegleises durch die Stadt initiierte, und die Mitarbeit der Bürger in der Ringgleis-AG, zur Entwicklung des Fuß- und Radwegs, werden ausdrücklich gewürdigt.

Wolfgang Wiechers, nunmehr pensionierter Leiter der Stadtentwicklung, der Anfang des Jahres noch den Wettbewerbsantrag Braunschweigs formuliert hat und zur Preisverleihung eingeladen war, erklärt die Hintergründe für den Erfolg Braunschweigs so: "Moderne Ansätze der Stadtentwicklung tragen immer mehr der so genannten Nahmobilität Rechnung."

Dahinter verberge sich die Erkenntnis: Je älter Menschen werden, desto geringer wird ihr Bewegungsradius. Doch je kürzer die Wege sind, desto größer wird auch der Wunsch, diese Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurückzulegen. Das Ringgleis, sagt Wiechers, sei nicht nur ein ruhiger und sicherer Fuß- und Radweg, es verkürze auch in beispielhafter Weise die Strecken zu Nahversorgern, Arbeitsplätzen, Schulen, Kindergärten, Kirchen.

Der Stadtentwickler ist übrigens der Ansicht, Braunschweig habe in Berlin mehr als nur eine Urkunde erhalten: "Diese außerordentliche Anerkennung könnte zu einem Schlüssel werden, um weitere Fördergelder zum Ausbau des Ringgleises einzuwerben."

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