Ein Supermarkt im Burg-Gemäuer

Auf dem Gelände der Wasserburg Gebhardshagen könnte bald ein Einkaufszentrum entstehen

Die Wasserburg in Gebhardshagen. Der Förderverein versucht seit über zehn Jahren, den Verfall der Anlage unter anderem mit Hilfe von Ein-Euro-Kräften aufzuhalten.   

Die Wasserburg in Gebhardshagen. Der Förderverein versucht seit über zehn Jahren, den Verfall der Anlage unter anderem mit Hilfe von Ein-Euro-Kräften aufzuhalten.   

Foto: Bernward Comes

Salzgitter. Ein Supermarkt in einer Wasserburg aus dem 12. Jahrhundert? Ziemlich ungewöhnliche Idee. Doch in Gebhardshagen könnte das Wirklichkeit werden.

Die Wasserburg in Gebhardshagen ist eine von fünf Burgen in Salzgitter und ein Aushängeschild der Stadt. Ein "sensibler Bereich", wie die Stadt immer wieder betont. Und deswegen wird schon seit Jahren um ein angemessenes Nutzungskonzept für das Areal gerungen.

Viele Ideen wurden schon wieder verworfen. Unter anderem der Plan, in der Burg ein Archiv der Stadt einzurichten. Doch für derartige Pläne fehlt das Geld. Bislang sorgt der 1997 gegründete Förderverein Wasserburg Gebhardshagen dafür, dass die Gebäude nicht verfallen. Eine Arbeit, die von den Vereinsmitgliedern nicht länger allein geschultert werden kann. Doch die schöpfen nun neue Hoffnung. Die Pläne, auf dem Gelände der Burg ein Einkaufszentrum mit Einzelhandel, Drogeriemarkt, Büroräumen und ein Seniorenwohnheim einzurichten, sind einen Schritt weiter.

Erich Martinoff, Architekt aus Braunschweig, hat ein Nutzungskonzept vorgelegt. Und das hält fest: Das Gelände ist für die Belebung mit Geschäften und Büroräumen grundsätzlich geeignet.

Martinoff betont, dass ein Investor angesichts der Bedeutung des Gebäudes mehr anbieten müsse, als ein wirtschaftlich tragfähiges Konzept. Es müsse auch ein architektonisches Konzept da sein. Martinoff: "Anspruch und Wirklichkeit sollen zu einer neuen Qualität der Wasserburg in Gebhardshagen und für die Region geführt werden".

Diesem Anspruch gerecht zu werden, dürfte teuer werden und damit Investoren abschrecken, so die Befürchtung im Ortsrat der Ortschaft West. Die Politiker regten deswegen an, dass auch Angebote erlaubt sein sollen, die sich nicht starr an das vorgeschlagene Konzept halten.

Nach den bisherigen Plänen soll ab dem Frühjahr europaweit nach einem Investor gesucht werden.

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