VW-Großauftrag für die RBB

Wolfsburg  Unternehmen stellt für den Werks-Pendelverkehr 25 Busfahrer ein und kauft 20 MAN-Busse

Iris Brese gehört zu den insgesamt 25 Busfahrer/innen, die die Regionalbus Braunschweig eingestellt hat. .

Iris Brese gehört zu den insgesamt 25 Busfahrer/innen, die die Regionalbus Braunschweig eingestellt hat. .

Foto: Volkswagen

Der neue Bus-Pendelverkehr im VW-Werk ist eine bequeme Sache für die Mitarbeiter. Den lukrativen Großauftrag hat die Regionalbus Braunschweig (RBB) ergattert und ist dafür mit 3,5 Millionen Euro in Vorleistung gegangen.

„Wir freuen uns, die Volkswagen AG als neuen Kunden gewonnen zu haben und hoffen nach der zweijährigen Vertragslaufzeit auf eine Verlängerung des Werksverkehrs“, wird Toralf Müller, der RBB-Geschäftsführer, in einer Pressemitteilung der Deutsche Bahn Regio Bus zitiert. Die RBB ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn Regio Bus.

Auf der ersten von drei Linien begann der sogenannte „Interne Shuttle Werk Wolfsburg“ gestern. Am 5. November werden die beiden anderen Linien in Betrieb genommen (wir berichteten). Das Projekt geht auf eine Initiative von VW und Stadt Wolfsburg zurück. 20 eigens hierfür erworbene MAN-Busse der RBB versorgen drei Linien durchs Werk. VW-Mitarbeiter können sie nutzten für Transfers von den Park- zu den Arbeitsplätzen und für interne Fahrten. Nicht nur neue Busse, sondern auch 25 zusätzliche Fahrer musste die RBB einstellen, um „innerhalb von fünf Wochen den Zuschlag“ zu erhalten, wie es in der Mitteilung heißt.

Zu Beginn des bundesweiten Ausschreibungsverfahrens war auch die Wolfsburger Verkehrsgesellschaft (WVG) noch dabei. Doch die Wolfsburger mussten schnell erkennen, dass Zuschnitt und Größenauftrag des Vertrages ihre Möglichkeiten überstiegen. So legte VW Wert darauf, dass die Busse von der Konzerntochter MAN stammten. Auch personell wäre die WVG mit der Einstellung von 25 zusätzlichen Fahrern ein beträchtliches Risiko eingegangen. Und das in konjunkturell ungewissen Zeiten und bei einer vorerst auf zwei Jahre begrenzten Vertragslaufzeit.

Die Deutsche Bahn Regio Bus spielt da schon in einer anderen Liga. Mit rund 756 Millionen Fahrgästen im Jahr 2011 und 150 000 Busverbindungen täglich ist sie der größte Anbieter im deutschen Busverkehr. Der Busbereich gehört zum Ressort Personenverkehr, in dem er dem Geschäftsfeld DB Regio zugeordnet ist. 22 Busgesellschaften in ganz Deutschland sowie weitere 70 Beteiligungen an Verkehrsunternehmen gehören dazu. Die Höhe des Auftragsvolumens ist nicht bekannt. Deutsche Bahn und RBB sind aber zuversichtlich, dass die Partnerschaft längerfristig ist. „Wir gehen davon aus, dass die Vertragslaufzeit nach zwei Jahren verlängert wird“, sagte Egbert Meyer-Lovis, Bahn-Sprecher für die nördlichen Bundesländer, auf Anfrage unserer Zeitung.

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