Rosetta, wach auf!

Braunschweig  Die Sonde soll bald auf einem Kometen landen – das gab es noch nie. An Bord ist Technik aus Braunschweig. Brachten Kometen das Leben auf die Erde?

Unzählige dreckige Eisbälle rasen durchs Weltall – Kometen. Manche sind nur einen Kilometer dick, andere hundert. Hin und wieder können wir sie sehen, wenn sie mit ihrem langen Gasschweif an der Erde vorbeiziehen.

Die Wissenschaft will mehr über Kometen wissen, weil sie genauso alt sind wie unser Sonnensystem: mehr als 4,5 Milliarden Jahre. Gemeinsam mit Planeten und Monden entstanden Kometen aus einer gigantischen Wolke aus Eis und Staub, vermuten Forscher. Während sich das Ausgangsmaterial in Planeten und Monden durch physikalische, chemische und biologische Prozesse aber sehr stark veränderte, wurde es in den viel kleineren Kometen wohl nahezu im Urzustand konserviert.

Sie sind aus Sicht der Forschung also kosmische Tiefkühltruhen, die Informationen über die Entstehung unseres Sonnensystems und der Erde liefern können. Wie war die Ur-Wolke aus Eis und Staub chemisch zusammengesetzt? Welche Moleküle enthielt sie? Sind die Bausteine unseres Lebens, etwa Aminosäuren, in der Ur-Wolke entstanden und durch abstürzende Kometen auf die Erde gelangt? Kam so das Wasser auf die Erde?

Eine Landung bei 54000 km/h

Antworten auf diese Fragen soll die Rosetta-Mission der Europäischen Weltraumbehörde liefern – eine Mission, die bislang einmalig ist. Seit 2004 fliegt Rosetta durchs All. Ihr Ziel ist der Komet Churyumov-Gerasimenko, der sich durch unser Sonnensystem bewegt. Wenn alles geplant verläuft, wird sie ihn in diesem Jahr erreichen.