Berlin. An Schalter, Automat oder Supermarktkasse: Wer Bargeld auf sein Konto einzahlen will, muss nicht nur auf die Höhe der Gebühren achten.

Das Auto wird verkauft, aussortierte Gegenstände werden auf einem Flohmarkt verramscht oder Geldgeschenke zur Hochzeit überreicht – plötzlich liegt zu Hause eine hohe Summe Bargeld. Wie viel, zeigt eine Umfrage der Deutschen Bundesbank. Demnach horten die Deutschen durchschnittlich 1364 Euro Bargeld zu Hause oder in Bankschließfächern.

Bargeld spielt somit nach wie vor eine große Rolle in unserer Gesellschaft. Und der ein oder andere wird mit Sicherheit ruhiger schlafen, wenn sein Geld nicht unter der Matratze liegt, sondern auf dem Bankkonto. Wie und wo kann also Bargeld am besten aufs Bankkonto eingezahlt werden?

Bargeld einzahlen: Direktbanken versus Filialbanken

Früher war es im tatsächlichen Wortsinn naheliegend, sein Geld bei einer Filialbank wie der Sparkasse oder Deutschen Bank einzuzahlen. Das dichte Filialnetz machte es einfach, zu einer Bankfiliale zu gehen. Doch immer mehr Filialbanken haben aus Kostengründen schrittweise ihre Filialen und damit Kassenschalter und Einzahlautomaten abgebaut. So verringerte sich das Filialangebot der Kreditinstitute im Jahr 2022 um knapp sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Laut der Sparkasse brauchen zwar 90 Prozent der Kunden nach wie vor nur maximal acht Minuten bis zur nächsten Sparkassenfiliale, doch der Trend geht hin zu einem immer dünneren Filialnetz.

Von dieser Lage profitieren vor allem Direktbanken, die über die Zeit sukzessive ihre Partnerschaften zu anderen Banken und Einzelhändlern ausbauen konnten. Sie nutzen diese mit. Für Kunden einer Direktbank wie der ING oder DKB ist es daher wesentlich einfacher als früher, Bargeld aufs eigene Bankkonto einzuzahlen – trotz des fehlenden Filialnetzes.

So funktioniert das Einzahlen über eine Filialbank

Bargeld über eine Filialbank einzuzahlen ist immer noch der klassische Weg. Nach wie vor gibt es über 20.000 Bankfilialen in Deutschland, die in der Regel von Kunden fürs Einzahlen genutzt werden können. Dafür gibt es mehrere Möglichkeiten: am Geldautomaten, am Kassenschalter oder über Safebags.

Bargeld einzahlen: Auch an so mancher Supermarktkasse ist das möglich.
Bargeld einzahlen: Auch an so mancher Supermarktkasse ist das möglich. © FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Und nun lauert ein Haken: Denn wer Bargeld über Kassenschalter einzahlen will, muss dafür oft bezahlen. Je nach Kontomodell gibt es verschiedene Gebühren. Geldautomaten sind – bis auf wenige Ausnahmen – kostenlos. Wichtig: Nicht jede Filiale verfügt über einen Geldautomaten mit Einzahlfunktion für Münzen und Scheine. Daher empfiehlt der Geldratgeber Finanztip, sich vorher über die Verfügbarkeit von Einzahlautomaten zu informieren sowie über die Kosten. Außerdem sind Geldautomaten auch in der Regel außerhalb der Öffnungszeiten zugänglich und können somit am Wochenende sowie an Feiertagen genutzt werden – im Gegensatz zum Kassenschalter.

Sollte es mal keinen Einzahlautomaten mit Münzgeldfunktion oder Kassenschalter in der Filiale geben, dann können Münzen auch über das Safebag eingezahlt werden. Das ist eine Kunststofftüte, die mit mindestens 50 Münzen gefüllt werden kann und meist in jeder Filiale erhältlich ist. Nach Abgabe der Tüte in der Filiale wird das Geld in wenigen Tagen gutgeschrieben.

Wie das Einzahlen bei Direktbanken funktioniert

Etwas anders läuft das Einzahlen von Bargeld über Direktbanken. Da diese nicht über ein eigenes Filialnetz verfügen, kooperieren sie mit Einzelhändlern, Discountern etwa oder Supermärkten, und anderen Banken. Daher können beispielsweise Kunden der ING und DKB ihr Bargeld bei mehr als 12.000 Partnershops wie Rewe, Penny und dm einzahlen. Hierfür muss man nur über die Banking-App der jeweiligen Bank den Einzelbetrag wählen, einen Barcode generieren und an der Kasse vorzeigen. Für den Service wird in der Regel ein Entgelt von 1,5 Prozent des Einzahlungsbetrags berechnet.

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Eine weitere Option wären je nach Bank die Filialen der Reisebank. Hierüber können bis zu 25.000 Euro eingezahlt werden. Laut Finanztip wäre bei einer Einzahlung von mehr als 500 Euro der Einzahlservice der Reisebank mit 7,50 Euro je angefangene 5000 Euro günstiger als bei den Partnershops. Wichtig: Banken wie die ING und DKB verfügen auch über Geldautomaten mit Einzahlfunktion, es sind allerdings nur wenige. Über die Suchfunktion auf der Webseite der jeweiligen Bank können diese gefunden werden.

Gebühren, Bequemlichkeit und Co_ – so fällt das Fazit aus

Über welche Bank man am Ende sein Geld einzahlen möchte, hängt von den eigenen Bedürfnissen ab: Geht es um hohe oder kleine Summen? Bei höheren Beträgen könnte unter Umständen ein Konto bei einer Filialbank interessant sein – trotz hoher Kontogebühren. Denn die Nutzung der Geldautomaten ist je nach Kontomodell kostenlos. Ab einem Betrag von 10.000 Euro muss übrigens ein Herkunftsnachweis für das Geld geliefert werden.

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Direktbanken sind meist vollkommen ausreichend, wenn nur kleine Summen eingezahlt werden. Zwar ist der Einzahlservice oft mit Gebühren verbunden, dafür ist das Konto unter bestimmten Voraussetzungen auch kostenlos. Ansonsten kann man das Geld auch einfach ausgeben.

Dieser Beitrag erscheint in Kooperation mit finanztip.de. Der Geld-Ratgeber für Verbraucher ist Teil der Finanztip-Stiftung.