VfL-Keeper Casteels fährt mit weißer Weste nach Gladbach

Wolfsburg.  Der Torhüter des VfL Wolfsburg hat sich in dieser Saison noch kein Gegentor gefangen. Auf die Länderspiele verzichtete er freiwillig.

Er hat den Ball meist sicher: Koen Casteels, Torhüter des VfL Wolfsburg, hat in dieser Saison noch kein Gegentor in einem Pflichtspiel bekommen.

Er hat den Ball meist sicher: Koen Casteels, Torhüter des VfL Wolfsburg, hat in dieser Saison noch kein Gegentor in einem Pflichtspiel bekommen.

Foto: Darius Simka / regios24

Anfang September machte Koen Casteels mit 28 Jahren endlich sein erstes Spiel für die belgische Nationalmannschaft, das er so sehr herbeigesehnt hatte. Doch auf die Länderspiele in dieser und der vorherigen Woche verzichtete der Keeper des VfL Wolfsburg freiwillig. Aus dem besten Grund: Er ist zum zweiten Mal Vater geworden. Nicolas heißt der Neuzugang. „Dafür verzichtet man auf alles. Es ist das Schönste, was es gibt“, sagt der stolze Papa.

Deshalb fiel ihm die Entscheidung auch gar nicht schwer, die Reise zum Nationalteam abzusagen. „Ich wäre sonst gleich zehn Tage weg gewesen“, erklärt Casteels, der ohnehin zu den Kritikern des stattlichen Programms gehört, das von den Fußballprofis, vor allem den Nationalspielern, derzeit verlangt wird. Ein Beispiel ist Xaver Schlager. Der Österreicher hat in den vergangenen sechs Wochen elf Pflichtspiele bestritten: sieben mit dem VfL in Liga, Pokal und Europa League sowie vier mit Österreichs Auswahl in der Nations League. „Da werden irgendwann Verletzungen kommen, und das braucht keiner. Das kann nicht der richtige Weg sein“, sagt Casteels.

Noch musste Casteels nicht hinter sich greifen

Ihn selbst hat es in dieser Spielzeit auch bereits erwischt. Beim Warmmachen vor der Partie in Freiburg (1:1) hatte er sich leicht am Knie verletzt, verpasste so auch das Aus in der Europa League bei AEK Athen (1:2). Und weil der 28-Jährige im Pokalspiel gegen Viertligist Fürstenwalde (4:1) geschont worden war, hat er noch eine weiße Weste. In den vier Pflichtspielen, die Casteels absolvierte, fing er sich kein Gegentor. Wenn’s nach ihm ginge, soll das natürlich so weitergehen. Doch bei der offensivstarken Borussia in Mönchengladbach am Samstag (20.30 Uhr) wird das alles andere als einfach.

Springt am Niederrhein im vierten Versuch der erste Saisonsieg in der Bundesliga heraus? Hoffnung macht, dass der VfL häufiger besser aussah, wenn er nicht das Spiel machen musste. Das hat auch Casteels beobachtet. „Vielleicht hat es damit zu tun, dass wir besser aus der Kompaktheit agieren und mit schnellen Umschaltmomenten spielen können“, sagt er. „Aber wir müssen auch gegen andere Gegner Spiele für uns entscheiden. Daran arbeiten wir.“

Für Casteels ist das Saisonziel klar

Denn nach dem Aus in der Europa League ist dieser Weg auf die europäische Bühne schon einmal versperrt. Bleibt den Wolfsburger noch der DFB-Pokal und die Liga, in der sich in dieser Saison nur der Tabellenfünfte sicher für die Europa League qualifiziert. Der Sechste startet dort nur, wenn der Pokalsieger unter den ersten sechs Teams landet. Tut er das nicht, geht’s in die neu geschaffene Conference League. „Es ist ja klar, was wir erreichen wollen. Wir wollen nicht schlechter sein als vorher“, sagt Casteels. In der Vorsaison war der VfL Siebter geworden.

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