Eine Chance für Eintrachts zweite Garde

Braunschweig.  Schultz, Klaß und Co. können sich bei Eintrachts Test gegen Arminia Bielefeld wieder empfehlen.

Michael Schultz ist einer der Eintracht-Spieler, die beim Test ihre Chance erhalten sollen.

Michael Schultz ist einer der Eintracht-Spieler, die beim Test ihre Chance erhalten sollen.

Foto: Darius Simka / regios24

Es wird eine relativ kleine Eintracht-Gruppe sein, die sich auf den Weg nach Bielefeld macht. Dort werden Braunschweigs Zweitliga-Fußballer am Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein Testspiel gegen Erstligist Arminia Bielefeld absolvieren, nachdem die ursprünglich geplante Partie gegen Union Berlin abgesagt wurde. 14 Spieler will Eintracht-Trainer Daniel Meyer nur mit nach Ostwestfalen nehmen. Das bedeutet aber nicht, dass der Test einen geringen Stellenwert für den Coach hat.

„Wir wollten in dieser Länderspielpause unbedingt ein Spiel absolvieren und sind froh, dass wir mit Bielefeld auch einen richtigen Gegner bekommen haben“, sagt Meyer. „Gerade für die Jungs, die zuletzt nicht so viel gespielt haben, ist das eine gute Möglichkeit, Spielpraxis zu erhalten“, unterstreicht er.

Dornebusch und Co. bleiben zu Hause

Im Umkehrschluss bedeutet das für viele Stammspieler der vergangenen Wochen, dass sie die Reise nach Bielefeld nicht mit antreten werden und die Zeit zur Regeneration nutzen können. Sieben Feldspieler und Torwart Felix Dornebusch lässt Meyer zu Hause. „Ich habe das Gefühl, dass sie nach der starken zweiten Hälfte in Sandhausen alle mit breiter Brust aus dem Spiel gegangen sind“, sagt Meyer.

Er sieht daher keine Veranlassung, Spielern wie Nick Proschwitz, Dominik Wydra, Fabio Kaufmann oder Felix Kroos eine weitere Begegnung zuzumuten. Gerade mit Blick auf den vollgepackten Termin-Kalender im Dezember ist es vielleicht sinnvoller, dass diese Akteure mit den Kräften etwas haushalten.

Klaß kann sich wieder empfehlen

Andere dagegen können Spielpraxis gebrauchen und wollen dabei am besten auch gleich wieder etwas Selbstvertrauen sammeln. Nico Klaß ist so ein Beispiel. Der Innenverteidiger agierte beim 0:3 in Regensburg sehr unglücklich und flog zudem vom Platz. Nach dieser Erfahrung wollte Meyer dem Abwehrspieler nicht gleich wieder ein Punktspiel zumuten und ließ ihn gegen Sandhausen draußen. Im Test gegen Bielefeld hat Klaß die Möglichkeit, sich wieder zu empfehlen. Das trifft auch auf Michael Schultz zu, der nach einigen Startelfeinsätzen zuletzt nur zugeschaut hat. „Sie haben nun die Möglichkeit, sich wieder auf einem vernünftigen Niveau zu zeigen und mit einer guten Leistung, den einen oder anderen aus der Elf zu schubsen“, sagt Meyer.

In der Offensive werden vor allem die beiden Youngster Njegos Kupusovic und Yari Otto darauf brennen, sich in mehr Spielzeit zu beweisen. Das Sturm-Duo kann bisher nur auf Kurzeinsätze zurückblicken, die zumindest im Falle von Otto in Sandhausen mit einem Tor gekrönt wurden. Meyer sieht beide Talente aber gar nicht so weit von der Startelf wie es scheint. „Njegos kommt nach einer kleinen Verletzung zu Beginn so langsam. Er hat zuletzt richtig gut trainiert. Yari hat zwar nicht viele Minuten gespielt, war dafür in fünf Spielen dabei“, sagt Meyer. Das sei für einen Spieler in seiner ersten Zweitliga-Saison nicht so schlecht.

Meyer: Wir sind in der Breite gut aufgestellt

Das Testspiel in Bielefeld soll helfen, dass es nicht nur für dieses Duo in die richtige Richtung geht. Meyer befürchtet auch nicht, dass die Eintracht böse unter die Räder gerät, weil so viele Stützpfeiler fehlen. „Ich denke, da müssen wir keine großen Sorgen haben. Die vergangenen Spiele habe gezeigt, dass wir in der Breite mittlerweile doch gut besetzt sind und dass wir im Kader nicht mehr so ein großes Leistungsgefälle wie noch zu Beginn haben“, sagt der Trainer. Die zweite Garde der Löwen hat in Bielefeld die Chance, seine Worte zu bestätigen und wird sicher Vollgas geben – obwohl es nur ein Testspiel ist.

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