Auf Eintrachts Abwehr wartet viel Arbeit

Braunschweig.  Eintracht Braunschweig müsse sich am Montagabend in Rostock auf lange Bälle der Gastgeber einstellen, sagt Trainer Marco Antwerpen.

So wie hier in Duisburg könnte es auch in Rostock viele Kopfballduelle für Eintracht geben.

So wie hier in Duisburg könnte es auch in Rostock viele Kopfballduelle für Eintracht geben.

Foto: imago images/Revierfoto

Viel besser hätte die Ausgangslage für Eintracht Braunschweig vor dem Auswärtsspiel in Rostock nicht sein können. Während sich Hansa nach der 0:1-Niederlage bei Abstiegskandidat Preußen Münster die Wunden leckt, fahren die Löwen nach dem 4:1-Heimerfolg über Uerdingen mit frischem Selbstvertrauen an die Ostsee und hatten im Vergleich zu den Gastgebern noch zwei Tage länger Zeit zur Regeneration. Dazu winkt nach den Ergebnissen vom Wochenende im Optimalfall sogar der Sprung auf den zweiten Tabellenplatz der 3. Fußball-Liga, auch wenn dafür ein deutlicher Sieg mit drei Toren Unterschied nötig wäre.

Das Problem ist nur, dass die Löwen sich in dieser Saison schon oft in der Erfolgsspur wähnten und dann genauso oft einen erheblichen Rückschlag erlebten. Zuletzt beim 1:3 in Würzburg. Von daher ist es nicht einmal besonders verwunderlich, dass Sportdirektor Peter Vollmann in einem Interview mit der Bild-Zeitung vor dem Spiel bei seinem Ex-Klub bewusst tiefstapelt. Statt vom Aufstieg redet Vollmann vom Klassenerhalt. „Wir hatten Angst, dass wir nach unten abkippen wie Halle. Uns fehlen jetzt noch vier Punkte, die werden wir auch holen“, wird Eintrachts Manager zitiert. In der Hinrunde hatten viele Experten Halle noch für einen Aufstiegsfavoriten gehalten, inzwischen steht der FC kurz vor den Abstiegsplätzen.

So schlimm ist es bei den Braunschweigern nicht. Trotzdem tun wahrscheinlich auch die Blau-Gelben gut daran, nach dem 4:1 gegen Uerdingen nicht gleich wieder zu sehr nach oben zu schielen. Auch beim jüngsten Sieg gab es noch Defizite im Spiel der Eintracht. Die Deutlichkeit des Ergebnisses täuscht über einiges hinweg.

Deshalb äußerte sich auch Trainer Marco Antwerpen etwas zurückhaltend und wollte seine Mannschaft in Erinnerung an das Spiel in Würzburg noch nicht auf „einem guten Weg“ sehen. Er hatte sich das Spiel der Rostocker am vergangenen Montag bei seinem Ex-Klub Münster im Stadion angeschaut und festgestellt: „Die Rostocker haben ein richtig gutes Spiel gemacht. Sie haben ihre Chancen nicht genutzt, und dann geht Münster durch eine Standardsituation mit 1:0 in Führung.“

Nicht nur deswegen hat Antwerpen Respekt vor dem Team von der Ostsee. „Es ist eine wuchtige Mannschaft, die viel mit langen Bällen spielt. Darauf müssen wir uns einstellen“, warnt der Eintracht-Coach. Es ist daher schade, dass mit Benjamin Kessel ein kopfballstarker Abwehrspieler ausfällt. Antwerpen hatte den Routinier zuletzt in der Innenverteidigung eingesetzt. Dort bringt Kessel allein schon aufgrund seiner Größe (1,91 m) eine gewisse Qualität im Luftkampf mit. Allerdings ist auch Ersatzmann Robin Ziegele jemand, der sich in Kopfballduelle werfen kann, obwohl er fünf Zentimeter kleiner als Kessel ist. Diese Stärke wird Ziegele mit seinem Nebenmann Felix Burmeister (ebenfalls 1,86 m) in Rostock auch einbringen müssen, wenn die Eintracht dort Erfolg haben will.

Zuletzt hatten die Gastgeber zweimal in Folge mit einem 3-4-3-System agiert, in dem der Niederländer John Verhoek (1,88 m) als Mittelstürmer den Zielspieler für die langen Bälle gab. Gegen die Eintracht könnte allerdings wieder Pascal Breier als Sturmspitze auflaufen. Er ist mit zehn Treffern der beste Torschütze der Rostocker, hatte vor kurzem aber wegen einer Wadenverhärtung ein Spiel verpasst und anschließend zweimal nur als Einwechselspieler agiert.

Kein Wiedersehen auf dem Platz gibt es mit Nik Omladic. Der ehemalige Eintracht-Profi fehlt Hansa bereits länger verletzt. Dagegen könnte Nico Granatowski auflaufen. Der gebürtige Braunschweiger (BSC Acosta, VfL Wolfsburg II) wechselte im Januar zu den Rostockern und wurde seitdem fünfmal in der 3. Liga eingewechselt.

Die Löwen wollen sich davon allerdings nicht beeinflussen lassen. Ihr Fokus liegt auf der eigenen Leistung. Und da gilt es für die Braunschweiger, an den Auftritt gegen Uerdingen anzuknüpfen.

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