Die Nummer 1 der Grizzlys Wolfsburg trägt nun doch die 34

Wolfsburg.  Obwohl Neuzugang Dustin Strahlmeier seine Wunschnummer bei Eishockey-Erstligist Grizzlys Wolfsburg nicht bekam, steht sie auf seiner Ausrüstung.

Pfiffig: Wenn Grizzlys-Torwart Dustin Strahlmeier die Trikotnummer 34 schon nicht bekommen konnte, so ließ er sie doch wenigstens klein ins Helmdesign (siehe Ziffer 1) einarbeiten.

Pfiffig: Wenn Grizzlys-Torwart Dustin Strahlmeier die Trikotnummer 34 schon nicht bekommen konnte, so ließ er sie doch wenigstens klein ins Helmdesign (siehe Ziffer 1) einarbeiten.

Foto: City-Press GmbH / Grizzlys Wolfsburg/oh

Dustin Strahlmeier war einer der wichtigsten Grizzlys-Transfers in diesem Sommer. Nach Felix Brückmanns Weggang kam ein Nationaltorwart für einen Nationaltorwart. Am Dienstag beim 1:3 in Krefeld durfte „Strahlie“ sein erstes komplettes Match im Trikot des Eishockey-Erstligisten Grizzlys Wolfsburg bestreiten. Trotz der Niederlage, an der ihn keine Schuld traf, freute er sich über den Einsatz: „Cool, endlich mal wieder so einen Wettbewerb zu bestreiten.“ Und bei genauem Hinsehen war zu erkennen, dass er mit einem kleinen Trick sogar doch mit seiner Wunschnummer aufgelaufen war.

Die lautet 34 und begleitete ihn bisher durch seine Karriere. Doch in Wolfsburg war sie ausgerechnet schon durch seinen Torhüterkollegen Chet Pickard besetzt, der zu keinem Tausch bereit war. Somit wählte Strahlmeier die 1. Die prangt auch groß auf dem hinteren Teil seiner Torwartmaske. Aber darin findet sich mehrmals klein die 34. „Die Rückplatte ist immer fast gleich“, sagt er und schmunzelt. Nur fast.

Lippenstift und Lucky Luke

Zudem hat er sich auch den Bergmannsgruß „Glück auf“, der die Verbundenheit mit seiner Ruhrpott-Heimat Gelsenkirchen ausdrückt, sowie die Geburtsdaten seiner Eltern und seiner Schwester aufbringen lassen. „Ich bin mit 18 wegen des Sports von zu Hause weg. So sind sie immer irgendwie bei mir“, erklärt er. Ein roter Lippenstift steht außerdem für die Liebe zu seiner Freundin Jaqueline, Hairstylistin und Make-up-Coach von Beruf. Und Comic-Westernheld Lucky Luke hütet in Eishockey-Montur ein Tor und hält dazu einen Schläger mit der Aufschrift „Never give up“ (gib niemals auf) in der Hand. „Das war mein erstes Tattoo“, erzählt der reichlich tätowierte Grizzlys-Profi.

Die Vorderansicht seines Helmes prägen oberhalb des Schutzgitters ein Grizzlys-Logo und unterhalb sein Spitzname Strahlie. Die Seiten zieren ein aufmerksam blickender und ein zähnefletschender Grizzly-Bär – ein gelungenes Design.

„Größere Herausforderung“

Aber gut ausschauen zwischen den Pfosten möchte Strahlmeier nicht nur aufgrund seiner Ausrüstung. „Es waren schon einige gute Sachen dabei“, sagt er mit Blick auf seinen ersten 60-Minuten-Einsatz der Saison. Im Vergleich zum vorangegangenen Heimspiel gegen stark ersatzgeschwächte Düsseldorfer „ist das Krefeld-Match auf jeden Fall die größere Herausforderung gewesen“. Nach der langen Corona-Zwangspause helfe solch ein Spiel sehr, zurück in den Rhythmus zu finden.

Aus Sicht der ganzen Mannschaft sei der Start gegen die DEG sehr gut gewesen. „Das ging fast nicht besser“, lobt er seine Kollegen. Aber warum lief es dann beim ersten Auswärtsauftritt im Magenta-Sport-Cup nicht rund? „Das ist schwierig zu sagen. Der eine oder andere muss sich vielleicht erst wieder an die Busfahrt und so gewöhnen.“

„Wir haben keine Wahl“

Nicht gewöhnen möchte sich Strahlmeier an die wegen Corona zurzeit leeren Hallen. Großen Einfluss auf sein Torwartspiel habe die Stille in der Halle jedoch nicht. „In manchen Situationen fehlt die Unterstützung von den Rängen vielleicht ein wenig. In anderen Situationen ist es für die Konzentration gar nicht so schlecht, wenn es ruhig ist. Aber wir haben auch gar keine Wahl, sondern müssen es annehmen, wie es ist.“

So, wie er den internen Konkurrenzkampf mit Pickard annimmt. Nach einigen Monaten des gemeinsamen Trainings beschreibt er das Verhältnis wie folgt: „Die Konkurrenzsituation ist da, aber keiner von uns ist auf Streit aus.“ Auch die Zusammenarbeit mit Grizzlys-Torwarttrainer Ilari Näckel spielt sich langsam ein, obwohl sie anfangs ungewohnt war. „Ich habe in Wolfsburg einen neuen Anreiz und eine neue Herausforderung gesucht. Beides habe ich gefunden.“ Gute Voraussetzungen, um aus dem langen Schatten Brückmanns irgendwann herauszutreten.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder