Tennet will Planung für Erdkabel bald vorlegen

Burgdorf  Der Netzbetreiber verspricht bodenschonende Verlegung der 380-kV-Höchstspannungsleitung in der Samtgemeinde.

So sieht eine Baustelle beim Verlegen von Erdkabeln aus.

Foto: privat/Tennet

So sieht eine Baustelle beim Verlegen von Erdkabeln aus. Foto: privat/Tennet

Ungeachtet der Planungen für den noch größeren Suedlink läuft das 380-kV-Leitungsbauprojekt Wahle–Mecklar beim Netzbetreiber Tennet weiter. Das Jahr 2017 sei für die geplante Hochspannungsleitung in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein auf dem Weg zur Inbetriebnahme der neuen Leitung gewesen, teilten Peter Volkholz, Gesamtprojektleiter Planung und Bau, sowie der neue Referent für Bürgerbeteiligung Reemt Bernert mit.

Als besonders erfreulich wertet Tennet, dass die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr den Bau für den zweiten von vier Teilabschnitten zwischen den Umspannwerken Lamspringe und Hardegsen genehmigt habe. Ende November habe Tennet den entsprechenden Planfeststellungsbeschluss erhalten. Es dürfte allerdings Klagen gegen den Bau der Freileitung geben. Der Beschluss hat vor Weihnachten in den betroffenen Kommunen ausgelegen.

Noch nicht so weit ist bekanntlich der erste Abschnitt der Leitung, die vor allem der besseren Stromverteilung im Bereich Südniedersachsen/Nordhessen dienen soll, zwischen den Umspannwerken Wahle bei Vechelde und Lamspringe. Hier soll wie berichtet eine Erdkabel-Pilotstrecke im Bereich der Gemeinden Burgdorf, Baddeckenstedt und Holle entstehen.

Der Samtgemeinde-Bürgermeister Klaus Kubitschke kündigte in der jüngsten Samtgemeinderatssitzung an, dass Mitte Februar mit der öffentlichen Auslegung der Tennet-Planungen für die Erdkabel-Versuchsstrecke zu rechnen sei.

Die ursprünglich geplante Trasse mit Freimasten war bereits vor mehr als zwei Jahren ausgelegt und bei mehreren Erörterungsterminen diskutiert worden. In den Gemeinden Burgdorf und Baddeckenstedt gab es starke Widerstände gegen die „Megamasten“, die nach ursprünglichen Planungen beispielsweise Westerlinde fast eingekesselt hätten.

Die Bürgerinitiative Erdkabel Innerstetal wandte sich an Politiker wie den damaligen Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Im Dezember 2015 hatte der Bundestag das „Gesetz zur Änderung von Bestimmungen des Rechts des Energieleitungsausbaus“ verabschiedet, dass Erdkabel-Versuchsstrecken erlaubte.

Dem Thema Bodenschutz kommt allerdings nach Meinung vieler Landwirte bei der Pilotstrecke sowie beim vermutlich auch in diesem Bereich verlegten Suedlink-Erdkabel eine entscheidende Bedeutung zu. Tennet erklärte dazu im jüngsten Newsletter, dass diesem Aspekt „bei den anstehenden Bauarbeiten für die 380-kV-Leitung höchste Priorität“ eingeräumt werde.

Gemeinsam mit Fachbehörden, Landwirten und Eigentümern erarbeite Tennet nach eigenen Angaben derzeit ein Bodenschutzkonzept für den nördlichsten Abschnitt. Unter anderem gab es eine Bereisung der Probestellen mit interessierten Landwirten und eine anschließende Diskussion in Wartjenstedt.

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