Thüringen: Junge Luchse im Südharz gesichtet

Erfurt.  Eine Wildtierkamera hat eine Luchsin mit drei Jungtieren gefilmt. In Deutschland soll es insgesamt 85 erwachsene Luchse geben.

Gemeinsam mit der Universität Göttingen gibt es dort ein Monitoring-Programm (Symbolbild).

Gemeinsam mit der Universität Göttingen gibt es dort ein Monitoring-Programm (Symbolbild).

Foto: Andreas Arnold / dpa

In Thüringen sind zum ersten Mal seit 2015 wieder junge Luchse dokumentiert worden. Aufnahmen einer Wildtierkamera zeigten eine Luchsin mit drei kräftigen Jungtieren im Thüringer Teil des Südharzes, teilte der Umweltverband BUND am Dienstag in Erfurt mit.

Dort betreibe man zusammen mit der Universität Göttingen ein Monitoring-Projekt, das vom Land Thüringen unterstützt wird.

Situation der Luchse besorgniserregend

„Wir freuen uns sehr über den Nachweis und die kräftigen Jungtiere“, sagte Burkhard Vogel, der Landesgeschäftsführer des BUND. Die Situation der Luchse in Deutschland sei aber noch immer sehr besorgniserregend, fügte er hinzu. Thüringen und Hessen spielten für die Vernetzung der isolierten Vorkommen im Harz und Bayerischen Wald eine besondere Rolle.

„Bisher kommen Luchse hier allerdings nur sporadisch vor“, erklärte Vogel. Die fotografierte Luchsin mit ihrem Nachwuchs gehöre zum Harzer Vorkommen. Vor vier Jahren in Thüringen dokumentierte Jungtiere seien vermutlich umgekommen, auch ihre Mutter starb nach BUND-Angaben unter ungeklärten Umständen.

Hauptbedrohung ist der Straßenverkehr

In Deutschland soll es nur etwa 85 erwachsene Luchse in mehreren isolierten Teilvorkommen geben. Die Ausbreitung der Tiere in ihre angestammten Lebensräume verlaufe äußerst zögerlich. Hauptbedrohung der scheuen Katzen sei der Straßenverkehr. Für Menschen stellten Luchse keine Gefahr dar, zu Übergriffen auf Nutztiere komme es nur sehr selten, versicherten die Umweltschützer. epd

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