Premiere in Braunschweig: "Emil" geht "auf Linie"

Braunschweig  Ohne Kabel und Stecker fährt ab Donnerstag ein Linien-Elektrobus durch Braunschweig - der neuartige Bus wird kontaktlos aufgeladen, per Magnetfeld.

Emil, der Elektrobus der Braunschweiger Verkehrs-AG auf einem Induktionsladeplatz vor dem Hauptbahnhof in Braunschweig.

Emil, der Elektrobus der Braunschweiger Verkehrs-AG auf einem Induktionsladeplatz vor dem Hauptbahnhof in Braunschweig.

Foto: Archiv/Kleinschmidt

Von diesem Donnerstag an fährt durch Braunschweig ein Elektrobus, der ohne Kabel und Stecker auskommt. Diese berührungslose Ladetechnik für die Batterien wird als induktiv bezeichnet und ist nach Angaben der Braunschweiger Verkehrs-AG das weltweit erste System dieser Art für E-Busse im Linienbetrieb. Der Bus soll auf der Ring-Linie fahren, die zu den wichtigsten Linien der Stadt zählt. In den nächsten Monaten sollen sechs weitere größere Gelenkbusse eingesetzt werden, hieß es.

Damit beginnt der reguläre Fahrbetrieb. Wie die Verkehrs-AG mitteilte, habe das induktive Ladesystem seine Zulassung für den Linienverkehr mit Fahrgästen auf der Ringlinie M19 durch den TÜV Süd erhalten. Der Elektro-Bus wird Donnerstag um 14 Uhr an der Haltestelle Hauptbahnhof eintreffen, um aufgeladen zu werden. Anschließend wird es Fahrten mit Ehrengästen geben. Ein Vertreter des Bundes-Verkehrsministeriums wird erwartet. Um 15.50 Uhr wird es eine erste echte Linienfahrt auf der Ringlinie M19 mit Kunden geben.

Für Anfang 2015 ist geplant, die gesamte 12 Kilometer lange Linie im Zehn-Minuten-Takt mit E-Bussen zu fahren.

Zunächst gibt es Ladestationen an zwei Haltestellen, mindestens eine weitere ist geplant. So können die Busse unterwegs während eines fahrplanmäßigen Halts in Sekunden aufgeladen werden - die Fahrgäste dürften davon gar nichts merken. Die Ladestation ist in die Straßenoberfläche eingebaut: Beim Laden fährt der Bus mit einem auf seiner Unterseite installierten Aufnahmesystem drüber, per Magnetfeld wird der Strom dann kontaktlos in die Batterie übertragen.

Entwickelt hat das System der Verkehrstechnik-Konzern Bombardier, die Grundlagen dafür haben drei Institute der Technischen Universität Braunschweig erforscht. Das Ladesystem soll auch für den Einsatz in Elektro-Autos, zunächst in Taxis, getestet werden. Ein zweites Bus-Linienprojekt ist in Mannheim geplant - beide Projekte werden vom Bundesverkehrsministerium gefördert. dpa/red

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