Berlin. 90.000 Nato-Soldaten werden demnächst die Abschreckung Russlands trainieren. Die Bundeswehr schickt die 10. Panzerdivision ins Manöver.

Es ist das größte Nato-Manöver seit Jahrzehnten: Steadfast Defender, der Standhafte Verteidiger, soll im Februar die Verteidigungsbereitschaft der Bündnispartner an der Ostflanke demonstrieren. 90.000 Soldatinnen und Soldaten wird die Nato dazu mobilisieren, die von Norwegen bis Rumänien üben werden, wie im Ernstfall Streitkräfte möglichst schnell nach Osten verlegt werden können – ausdrücklich, um einem Angriff Putins zu begegnen.

Hauptstadt Inside von Jörg Quoos, Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion

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Schwerpunkt des Manövers: Deutschland, Polen und das Baltikum, potenzielle Schlachtfelder eines russischen Krieges gegen Europa. Die Bundeswehr beteiligt sich mit rund 12.000 Armeeangehörenden an Steadfast Defender. Darunter: die 10. Panzerdivision.

Panzerdivision verlegt nach Litauen

In einem vierstufigen Großmanöver namens Quadriga 24 wird die Division aus dem bayerischen Veitshöchheim von Mitte Mai an auf verschiedenen Wegen Soldaten mit Gefechtsfahrzeugen nach Litauen verlegen und dort in einem Gefecht ihre Fähigkeit zum Kampf zeigen.

Teilübung Grand Quadriga: Die 10. Panzerdivision verlegt auf verschiedenen Wegen Soldatinnen und Soldaten mit Gefechtsfahrzeugen nach Litauen und zeigt dort in einem Gefecht ihre Fähigkeit zum Kampf.
Teilübung Grand Quadriga: Die 10. Panzerdivision verlegt auf verschiedenen Wegen Soldatinnen und Soldaten mit Gefechtsfahrzeugen nach Litauen und zeigt dort in einem Gefecht ihre Fähigkeit zum Kampf. © Bundeswehr/PIZ Heer | Bundeswehr/PIZ Heer

Die Bundeswehr will außerdem „den Einsatz und die Führung von Truppen über einen längeren Zeitraum“ üben, heißt es von der Truppe.

Großverband der Bundeswehr

Die 10. Panzerdivision gehört, mit der 1. Panzerdivision, zu den beiden mechanisierten Großverbänden des Heeres. Ihre Einheiten sind im Süden Deutschlands stationiert, der Stab sitzt in der Balthasar-Neumann-Kaserne, nahe Würzburg.

Ihr Motto: „Zuverlässig – schnell – beweglich“, das Verbandsabzeichen: der staufische Löwe, mit roten Krallen auf gelbem Grund. Es steht für Kraft, Ausdauer und Heimatverbundenheit.

Rund 18.000 Männer und Frauen gehören der Division an. Die verfügt über die gängigen Waffensysteme des Heers: Leopard 2, Schützenpanzer Marder und Puma, Raketenwerfer und die Panzerhaubitze 2000.

Schützenpanzer Puma der 10. Panzerdivision in Vilnius.
Schützenpanzer Puma der 10. Panzerdivision in Vilnius. © Bundeswehr/Marco Dorow | Bundeswehr/Marco Dorow

Multinationalität ist an der Tagesordnung

Markenzeichen der Division sei „das Gefecht der verbundenen Waffen mit gepanzerten Kräften sowie Operationen in schwierigem Gelände“, schreibt die Bundeswehr auf ihrer Website. Dazu zählten der Einsatz im Gebirge, in sehr kalten oder sehr heißen Regionen.

Zu ihren Divisionstruppen zählen außerdem die Deutsch-Französische Brigade und eine Brigade der niederländischen Landstreitkräfte: „Multinationalität ist an der Tagesordnung“.

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Division mit relevanter Auslandserfahrung

Die 10. Panzerdivision ist erfahren im Auslandseinsatz, insbesondere in Litauen. Zwischen 2017 und 2021 waren rund 7000 Soldatinnen und Soldaten der Zehnten Teil der Enhanced Forward Presence Battlegroup, einem Nato-Verband, der in Litauen als „Stolperdraht“ gegen Putins Einmarsch dient.

Seit 2021 stellt die Division die Kräfte für die Schnelle Eingreiftruppe der Nato, ein schnell verlegbarer Verband, mit dem das Bündnis auf „sicherheitspolitische Entwicklungen“ reagieren kann.

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