Edemissen. Im Juni schoss ein 29-Jähriger aus Eickenrode im Bahnhof Peine auf einen Mann. Nun wurde die Wohnanschrift des Schützen durchsucht - zum zweiten Mal.

Die Polizei hat am Dienstagmorgen einen landwirtschaftlichen Betrieb in Eickenrode in der Gemeinde Edemissen durchsucht. Nach Informationen der Polizei steht diese Durchsuchung in Zusammenhang mit der Tat vom 17. Juni am Bahnhof Peine. An diesem Tag hatte ein mittlerweile 29-Jähriger hatte mit einer Armbrust zielgerichtet auf einen 22-Jährigen mit syrischen Wurzeln geschossen. Nach Erkenntnissen unserer Zeitung hatte der geständige Mann Verbindungen zu dem verbotenen Neonazi-Verein „Sturm 18“. Den Sicherheitsbehörden ist der Schütze seit mehreren Jahren bekannt.

Insbesondere dient die Maßnahme dem Auffinden von Beweismitteln, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Nähere Angaben können aktuell nicht gemacht werden. Das zuständige Amtsgericht in Hildesheim erließ einen entsprechenden Durchsuchungsbeschluss.

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Wie die Staatsanwaltschaft Hildesheim bestätigt, handelt es sich bei dem durchsuchten Objekt um die Wohnanschrift des Beschuldigten. Dort hatten die Ermittler bereits unmittelbar nach der Tat zahlreiche Beweismittel sichergestellt. Bei der zweiten Durchsuchung am heutigen Tage durchkämmten die Beamten weitere Teile des Bauernhofs, auf dem David S. lebte.

„Die Durchsuchung diente dem Auffinden von weiterem Beweismaterial, bei dem die Vermutung bestand, dass es von dem Beschuldigten in den Räumlichkeiten der anderen Bewohner gelagert wurde“, erklärt Stefan Rusch, Sprecher der Staatsanwaltschaft Hildesheim.

Der Beschuldigte wurde vor kurzem aus der Untersuchungshaft in eine psychiatrische Einrichtung verlegt - und erlebte dort auch seinen 29. Geburtstag. „Aufgrund der Stellungnahme eines psychiatrischen Sachverständigen gehen wir zurzeit davon aus, dass er die Tat begangen hat, wobei seine Schuldfähigkeit aufgrund einer krankhaften seelischen Störung aufgehoben war“, sagte Rusch in der Vorwoche.

„Es besteht die Vermutung, dass der Beschuldigte infolge seines Zustandes erhebliche rechtswidrige Taten begehen könnte und daher für die Allgemeinheit gefährlich ist.“