Petra Herzog leitet die Staatsanwaltschaft Hildesheim

Peine.  Die Oberstaatsanwältin tritt in Hildesheim die Nachfolge von Thomas Pfleiderer an.

Petra Herzog leitet die Staatsanwaltschaft Hildesheim.

Petra Herzog leitet die Staatsanwaltschaft Hildesheim.

Foto: BETTINA REESe

An der Spitze der Hildesheimer Staatsanwaltschaft steht jetzt eine Frau. Als neue Leiterin der Behörde hat Oberstaatsanwältin Petra Herzog die Nachfolge von Oberstaatsanwalt Thomas Pfleiderer angetreten.

Neu ist diese Aufgabe für die 53-Jährige nicht. Seitdem sich ihr Vorgänger am 31. August 2017 in den Ruhestand verabschiedet hat, hat sie die Behörde kommissarisch geleitet. Sie ist verantwortlich für einen Bereich, der sich von Hankensbüttel (Landkreises Gifhorn) bis nach Lauenförde (Landkreis Holzminden) erstreckt. Müsste Petra Herzog diese Strecke abfahren, wäre sie rund zweieinhalb Stunden unterwegs und hätte über 180 Kilometer zurückgelegt.

Mittendrin in ihrem Zuständigkeitsbereich liegt der Landkreis Peine. Aber nicht alle Gemeinden des Kreises. Für Vechelde und Wendeburg wird weiterhin die Staatsanwaltschaft Braunschweig zuständig sein. „Da ist auch keine Änderung vorgesehen“, sagt Petra Herzog.

Sie muss wie viele Behördenleiter mit einer knappen Personaldecke auskommen. Für die jährlich rund 45.000 Ermittlungsverfahren sind 32 Staatsanwälte, 10 Amtsanwälte, 9 Rechtspfleger sowie 69 weitere Beschäftigte zuständig. „Zehn Stellen mehr wäre eine große Entlastung“, sagt die Behördenleiterin. Die möglichst gerechte Verteilung der Arbeit empfindet Petra Herzog deshalb als schwierige Herausforderung.

In den letzten Jahren seien neue Aufgaben auf die Staatsanwaltschaften zugekommen, ohne dass es eine personelle Veränderung gegeben hätte. Als Beispiel nannte die Behördenleiterin das am 1. Juli 2017 in Kraft getretene Gesetz zur Reform der Vermögensabschöpfung. „Seitdem können Staatsanwaltschaften zum Beispiel das aus Straftaten erlangte Geld einfacher einziehen – das macht aber viel Arbeit“, so die Oberstaatsanwältin.

Auch mit der neuen Aufgabe bleibt der Beruf der Staatsanwältin für Petra Herzog äußerst spannend. „Es ist schon erstaunlich zu sehen, was in Köpfen der Menschen manchmal vorgeht“, sagte sie. Im Laufe ihrer Karriere gab es viele Fälle, einer war jedoch besonders: Eine verlassene Ehefrau, die zur Stalkerin wurde. „Was ihr Ehemann uns erzählte, war so unglaublich, es war wie im Film“, sagte sie. Seine Ehefrau hatte ihm aufgelauert, ihn niedergeschlagen, Schlösser verklebt und mehrmals versucht, mit dem Auto zu überfahren. Wegen Schuldunfähigkeit wurde die Frau freigesprochen und in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Solche Verfahren wird sie nicht mehr leiten können.

Als Behördenleiterin will sich Petra Herzog in Zukunft dafür einsetzen, dass die Zusammenarbeit zwischen Gericht, Polizei und Staatsanwaltschaft weiter gut funktioniert und Verfahren zügig abgewickelt werden. Ihre offizielle Einführung in das Amt wird in Kürze folgen – erst dann wird sie das Gehalt einer Behördenleiterin beziehen.

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