Kriminal-Statistik

Gewalt gegen Frauen hat in Niedersachsen stark zugenommen

Laut Kriminalstatistik haben Gewalttaten gegen Frauen in Niedersachsen stark zugenommen (Symbolbild).

Laut Kriminalstatistik haben Gewalttaten gegen Frauen in Niedersachsen stark zugenommen (Symbolbild).

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Hannover.  Frauen werden in Deutschland häufiger Opfer häuslicher Gewalt. In Niedersachsen gab es 2020 ein Viertel mehr Übergriffe als noch vor fünf Jahren.

Das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) hat zur Hilfe für Frauen aufgerufen, die häusliche Gewalt erfahren. Dies sei keine Privatangelegenheit, sagte LKA-Präsident Friedo de Vries am Mittwoch in Hannover. Die Ermittler gehen davon aus, dass nur ein Bruchteil der Taten bekannt wird.

Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei landesweit knapp 14.500 Straftaten, bei denen Frauen Opfer häuslicher Gewalt wurden. Das waren 26 Prozent mehr als noch fünf Jahre zuvor. Die Zahl der versuchten und vollendeten Tötungsdelikte verdoppelte sich sogar innerhalb eines Jahres auf 62 Taten.

Der LKA-Präsident wies darauf hin, dass Betroffene häufig psychischer Gewalt ausgesetzt seien. Sie erlebten Demütigungen, Drohungen, Einschüchterungen, soziale Isolation oder wirtschaftlichen Druck durch den Täter.

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Hier bekommen Betroffene Hilfe

  • Ansprechpartner in akuten Gewaltsituationen ist die Polizei über den Notruf 110.
  • Das Hilfe-Telefon Gewalt gegen Frauen ist unter (08000) 116016 kostenlos und rund um die Uhr zu erreichen. Eine Beratung wird in 17 Sprachen angeboten. Die Kontaktaufnahme ist auch online möglich.
  • Die Telefonseelsorge ist unter (0800) 1110111 zu erreichen.
  • Wenn Frauen sich nicht sofort trauen, den Täter bei der Polizei anzuzeigen, können sie Spuren und Verletzungen beim Netzwerk ProBeweis dokumentieren lassen.

Am Donnerstag, 25. November, wird der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begangen. Obwohl die Gefährdung von Frauen und Mädchen während der Corona-Pandemie zugenommen habe, gebe es in Niedersachsen immer noch zu wenige Beratungsstellen und Frauenhausplätze, kritisierten die Grünen im Landtag aus diesem Anlass. Beide Einrichtungen seien chronisch unterfinanziert.

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